12
mischter Flüssigkeit aus. Das Parietalblatt des peritoneum war mit dem grossen
Netze, die vordere Fläche des uterus mit der Bauchwand, das Netz mit den intesti-
nis und diese wieder unter sich verklebt und mit theils eitrig zerflossenem, theils
consistenterem, mit Serum durchtränktem Exsudate bedeckt. Das peritoneum war
namentlich nach unten streifig geröthet. Keine Spur von Blut fand sich in der Peri-
tonalhöhle. Der Magen mit der untern Fläche der Leber verklebt, in seinen Häuten
stark serös infiltrirt, enthielt etwas gallig gefärbte Flüssigkeit und einen Spulwurm.
Der Dünndarm in seinen Häuten verdickt, mürbe, riss leicht ein; sein Lumen stark
durch eine gelbliche Flüssigkeit ausgedehnt. Die Schleimhaut im untern Theile des
selben sowie im oberen des Dickdarms zeigte starke Röthung, Wulstung der Falten,
Verdickung durch seröse Infiltration. Die Milz breiig erweicht, die Leber gross, ihr
rechter Lappen mit Exsudat bedeckt, die Substanz normal. Der uterus, von rund
licher Gestalt, ragte eine Hand breit über die symphj’se hervor und war mit einer
ziemlich fest anhaftendem Exsudatschicht bedeckt. Die Fimbrien der Tuben und die
Ovarien dunkelblauroth, mit Exsudat belegt und mit einander verklebt. Der Peri
tonealüberzug des uterus war nach vorn und links zerrissen. Der Riss ging schräg
von vorn und oben durch das linksseitige vordere Uterinsegment, eben oberhalb des
innern Muttermundes und hatte eine Länge von etwa 2V2 Zoll. Die Ränder der zer.
rissenen Uterussubstanz waren mit einzelnen kleinen Blutextravasaten und ein wenig
Eiter bedeckt und in der Umgebung fand sich die Uterinsubstanz beim Durchschnei
den stellenweise schwach blutig infiltrit. Die Schleimhaut der unverletzten Scheide
und des äusseren Muttermundes waren von blaurother Färbung. In der rechtsseiti
gen Wand der Scheide, etwa zur halben Höhe derselben, fand sich ein linsengrosses,
sehr oberflächliches Geschwür, das die Substanz der Schleimhaut nicht durchdrang.
Die Innenfläche des uterus zeigte nichts Ungewöhnliches. Die Blase war klein, con-
trahirt, die Nieren normal. Behufs näherer Untersuchung wurde das Becken prä-
parirt.
Die Knochen des trockenen Beckens zeigen einen derben Bau. Der Körper
des letzten Lendenwirbels ist breit und etwas nach links geneigt und rotirt. An dem
aus 5 Wirbeln bestehenden Kreuzbein sieht man eine schwache Scoliose, die Con-
vexität der Krümmung nach rechts gerichtet. Es erscheint zwischen den Hüftbeinen
nach vorn gesunken, die spinae post, sup., derselben überragen seine hintere Fläche
beträchtlich. Der linke Flügel des ersten Kreuzbeinwirbels ist ein wenig schmäler,
als der rechte. Die Biegung des Knochens sowohl in horizontaler als vertikaler Rich
tung ist gering; erst in der Mitte des virten Wirbelkörpers findet sich eine geringe
und in der Mitte des fünften eine etwas stärkere Knickung nach vorn. Das promon-
torium springt wenig vor. Die breiten, in ihrer Mitte etwas durchscheinenden Darm
beinschaufeln sind auffällig flach, namentlich die rechte; sie klaffen nach vorn. Die
Differenz zwischen dem Abstande der spinae ant. sup. und dem weitesten Abstande

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.