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form des Trommelfells und der Gehörknöchelchen nicht so sehr ankomme, sondern dass es sich über
haupt nur darum handle, eine Uebertragung der Luftstösse auf das Wasser des Labyrinthes zu vermitteln.
Sind die Luftstösse synchronise!] mit den Schwingungen, welche die einmal in Bewegung gesetzten
Theile des mittleren Ohrs, wie es gerade ihrer zeitweiligen Belastung entspricht, ausführen würden, so
werden diese Theile selbst in stärkere Excursionen kommen, die, wie wir gesehen haben, sehr beträchtlich
werden können. Es können jedoch die Massenschwingungen der Columella und, wie es nach den Fühl-
hebelversuchen am todten Ohre scheinen muss, auch diejenigen der Gehörknöchelchen selbst hei den in
tensivsten Tönen absolut fehlen, während diese Töne doch von den Lebenden können gehört werden.
W T enn also solche Bewegungen eintreten, erscheint uns der Ton intensiver, aber dass sie nöthig sind,
um eine Tonwahrnehmung überhaupt zu vermitteln, ist noch nicht erwiesen.
Die Mittheilung der vorliegenden Untersuchungen verfolgt, wie hier ausdrücklich bemerkt werden
soll, nicht den Zweck, in schwierigen theoretischen Fragen Uber das Hören, irgend einen Abschluss zu
bringen, sondern es ist nur die Absicht, Versuchsmaterial beizubringen, welches in einem praktisch noch
wenig bearbeiteten Gebiet die Basis zu bereiten hat, auf welcher exactere und mit besseren Mitteln aus
geführte Versuchsreihen demnächst bestimmtere Schlüsse erlauben werden. Nicht die kleinen theoretischen
Excursionen, die wir uns erlaubt haben, sondern die factischen Beobachtungen sind es, auf welche wir
einigen Werth legen möchten.
Die während des Abschlusses unserer Arbeit erschienene Abhandlung von Helmholtz, über „die
Mechanik der Gehörknöchelchen und des Trommelfells,“*) konnte von uns leider nicht mehr benutzt
werden, da einmal der Gang unserer Untersuchungen eine andere Richtung eingeschlagen hatte, und weil
andererseits äussere Verhältnisse mich zwangen, der Ausdehnung meiner Arbeit Schranken zu setzen.
*) PUüger’s Archiv für die gesammte Physiologie des Menschen und der Thiere. Bd. I. Heft 1.
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