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und zum Kubikinhalt der Flasche, sofern sie die Paukenhöhle u. s. w. nachahmcn sollte, der Floren
tinerflasche vorzuziehen und wurde deshalb auch zu dem grössten Theil dieser Experimente ver
wendet.
Den Gehörgaug stellte ein Liechrohr dar, welches in einen flachen Trichter sich erweiterte.
Üeber diesen 4,5 Cm. im Durchmesser weilen Trichter war eine Membran gespannt, auf welcher das
bereits oben erwähnte 2,5 Mm. breite und dicke, 21 Mm. lange Holzstückchen gleichfalls mittelst Leim
befestigt war. Die Mitte dieses Hölzchens besass eine Grube zur Aufnahme des einen knopfartig ab
gerundeten Columellaendes, welche genau dem Mittelpunkte der Membran entsprach. Senkrecht über
diesem Punkte lag das ovale Fenster, gleichfalls durch ein entsprechend weites, kurzes, in der Kork
platte eingekeiltes Glasröhrchen mit Membran dargestellt. Die Columella wurde nun mit dem Knopf
in der Grube des Hölzchens, mit der Endplalte an der Membran metrisch zum Rande der grossen Flaschenöflhung, resp. der verschiiessenden Korkplatte war das runde
Fenster angebracht, und ausserdem war der Kork noch ein drittes Mal durchbohrt, um durch eine dünne
Glasröhre, welche mit einem verschliessbaren Gummischlauch in Verbindung stand, den Apparat durch
eine künstliche Tube zu vervollständigen. Der Cubikinhalt des in dieser Kugelflasche dargestellten Cavum
fympani betrug 750 Ccm. Die gläserne Columella W’ar 1,5 Mm. dick und 13,s Cm. lang.
Der erste Versuch wurde mit der florentiner Flasche angeslellt, um etwaige Schwingun
gen der Columella und der beiden Fenstermembranen zu beobachten, wenn in den nachgeahmten Ge
hörgang, wie bei den Ohrpräparaten, der Sirenenton vom Windrohr aus zugeleitet wurde. Die Beob
achtung ergab nun, dass die Columella bei gewissen lonhöhen in mächtige Transversalschwingungen
gerieth, und zwar fiel die Richtung der Maximalschwingungen abwechselnd in die Ebene des Winkels,
mit welchem die Columella auf das Trommelfell geklebt war, und in eine Ebene, welche jene recht
winklig schneidet. Die Schwingungsart war diejenige einer Saite, welche als ein Ganzes schwingt.
Diese Schwingungsrichtung und Art blieben die gleichen, wenn der, die Columella darstellende, Glasslab
fast gerade verlief, oder wenn er, wie wir das später zu thun genölhigt waren,*) in seiner Mitte zwei
Mal rechtwinklig geknickt war.
Die Schwingungszahlen derjenigen löne, welche jene starken Maximalexcursionen der Colu
mella veraulassten, standen in einem einfachen Veihällniss zu einander, nämlich, wie 2: 3: 4: (j; wie
aus der nachfolgenden Beobachtungsreihe hervorgehl:
Schwingung der Columella als Ganzes:
in der Ebene des Winkels,
rechlwinklich auf diese Ebene,
in der Ebene des Winkels,
rechlwinklich zu dieser Ebene.
Schwingungszahl:
Bei diesen starken Transversalchwingungen, welche eine Excursion von mindestens 1 Centimeter
r epräsentirten, gerieth der auf die Membran des ovalen Fensters gestreute Sand in starke Bewegung,
Während er in der Zwischenzeit fast ruhig lag. In gleicher Weise war auch in den Zwischenzeiten an
'*) Die gerade Columella verlief nämlich nicht genau in der Mittellinie des kleinen, das ovale Fenster dar
stellenden, Glasröhrchens, was ein Anschlägen des Glasstabes - und dadurch die Erzeugung eines hohen Tones
Während der starken Schwingungen zur Folge haue.
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