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jetzt niemals wiederholt worden. Er nahm bekanntlich einen Glascylinder, welcher an einem Ende in
einen Hals anslief. In diese engere Oeflhung setzte er eine hölzerne Röhre, welche an einem Ende mit
einer Membran überzogen war, luftdicht ein, so dass die nach aussen offene Röhre den ausseru Gehör-
gang, die das innere Ende schiiessende Membran das Trommelfell darstellte. Die weitere Oeffnung des
Glascylinders war durch einen Kork verschlossen, welcher zwei Mal durchbohrt war, um zwei kleinere
kurze gleichfalls mit Membranen überzogene Holzröhren aufzunehmen. Diese Röhrchen mit ihren Mem
branen! stellten die beiden Fenster des Labyrinthes dar, von denen das ovale dadurch gekennzeichnet war,
I dass ein hölzerner Stab von seiner Membran zur Mute des künstlich dargestellten Trommelfells verlief.
Dieser Stab, welcher die Gehörknöchelchen darstellen sollte, war am Ende des ovalen Fensters verbrei-
I tert 5 so dass er in eine Platte auslief, welche nur wenig kleiner war, als die Membran der Röhre; er
hielt beide Membranen, sowohl die des Trommelfells, als die des ovalen Fensters etwas gespannt. Dieser
Apparat wurde mit dem weitereu Ende unter Wasser gehalten, und in den künstlichen Gehörgang eine
Pfeife eingesetzt, um mittelst eines Conductors, der an die verstopften Ohren gelegt ward, die Stärke
der in der Pfeife von einem Gehülfen erzeugten Tonwellen, welche durch die beiden Fenster ins Wasser
gelangen sollten, an diesen beiden Orten durch das eigne Gehör zu prüfen.
Die Verschiedenheit der Leitung durch den Stab zum ovalen Fenster im Vergleich zu der Lei
tung durch die Luft der Paukenhöhle zum runden Fenster war höchst auffallend. Während die erste
Leitung eine ausserordentlich starke war, bemerkte Müller, dass die Leitung durch die Membran des
runden Fensters wenig stärker war, als durch die festen Theile der Korkplatte.
Wir haben diesen Apparat nachzubilden gesucht, haben denselben jedoch theils absichtlich, theils
absichtslos modificirt, weil uns kein ganz gleicher Cylinder zu Gebote stand und weil es uns poetischer
schien, den hölzernen Stab durch eine gläserne Columella und die S.hweinsblase durch eine etwas zar
tere Membran zu ersetzen; auch Hessen wir die Columella nicht ohne Weiteres auf der Mitte des Trom
melfells enden, sondern wir Hessen den winklig gebogenen gläsernen Stab das eine Mal von der Mitte
nahe an den Rand des Trommelfells gehen; das andere Mal stand die Columella in einer Vertiefung
eines aufgeklebten die Mitte des Trommelfells in zwei Hälften theilenden, Holzstäbchens, im Centrum des
Trommelfells eingeleimt.
Anfänglich benutzten wir eine florenliner Flasche, in deren Tubulus eine zuleilende Glasröhre
(Gehörgangj eingefügt wurde. Diese Röhre war rechtwinklig geknickt, und hatte im Innern der Flasche
eine trichterförmige Erweiterung, über welche eine Membran (Trommelfell) gespannt wurde. Die Stel
lung des Trichters war eine derartige, dass der Boden der Flasche sich zur Membran fast parallel
verhielt. Die weite obere Mündung der Flasche war durch einen Kaulschukpfropf geschlossen; zwei
Bohrlöcher in demselben, welche durch kurze weite an einem Ende mit Membranen überspannte Glas
röhren ausgefüllt waren, stellten die beiden Labyrinthfenster dar. Die 1, 0 bis 1,5 Millimeter dicke Colu-
mella war auf den beiden zu verbindenden Membranen mittelst Leim festgeklebt. Am ovalen Fenster
bildeten sie eine, das Fenster fast ausfüllende Platte, während sie von der Mitte des Trommelfells eine
entsprechend geknickte Verlängerung besass, welche bis nahe an die Peripherie dieser Membran
reichte
Die ersten von uns mitzutheüenden Versuche sind mit dieser Flasche angeslellt, während wir
später in den Besitz einer passenderen Kugeltlasche gelangten, welche aber gleichfalls den Naehthcil
darbot, dass ihre beiden Oeffnungen nicht einander gegenüber, sondern rechtwinklich zu einander stan
den. Dennoeh war sie durch ihre Form und bessere Proportion der beiden Oeffnungen zu einander

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