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Versuchsreihe so leise, dass er selbst kein Geräusch vernahm, in der zweiten Reihe dagegen strich er
so stark, dass er deutlich das erzeugte Geräusch vernehmen konnte.
Das Resultat dieser Beobachtungen war folgendes:
Art der Zuleitung zum Ohre. Hörweite für den Violinbogenstrich,
1. leise gestrichen. 2. stark gestrichen.
I. Muller’s Conductor zwischen den Zähnen gehalten,
a. bei offenen Gehörgängen 52,1 Meter 74,4 Meter
b. bei geschlossenen Gehörgängen 60,7 „ 76,7 „
II. Conductor luftdicht im Ohrgange befestigt 93,9 116.9 ,,
Hl- Gummischlauch „ „ „ 67,0 „ 77,2 „
VI. Glassonde, dem Trommelfell anliegend 106,9 ,, 142,6
Ohne Zweifel wären die Zahlen enorm viel grösser ausgefallen, wenn der gespannte Faden eine
gtiadc Linie gebildet hätte, denn es ist leicht zu beobachten, wie mit Uebersclireitung eines jeden Sieges
die Intensität des gehörten Geräusches bedeutend abgeschwächt wird. Ich wählte für den Ort der Lei
tung einen Gatten, um alle Querleilung möglichl auszuschliessen, welche ein früheres auf einem grossen
Bodenräume ausgeführtes Experiment sehr getrübt und somit nutzlos gemacht hatte. Wenn ich die Be
obachtung selbst im Zimmer, und nicht gleichfalls im Freien vornahm, so geschah dies ebenfalls in Folge
früherer Erfahrung, welche mich lehrte, wie sehr der vorhandene Wind die Schärfe der Beobachtung
beeinträchtigt.
Die Qualität des durch das Streichen mit dem Violinbogen erzeugten Schalles ist nach der
Stärke und Schnelligkeit des Striches verschieden. Während der ersten Versuchsreihe erhielt ich nur
den Eindruck eines schabenden Geräusches, dagegen wurde dasselbe beim stärkeren und schnelleren
Streichen von einem Ton begleitet.
Versuche über das Hören im Wasser.
An die im vorigen Abschnitte beschriebenen Sondenversuche reihen sich einige Experimente,
bei denen das Trommelfell durch Belastung mit einer Wassersäule in seinen Schwingungen modih'cirt
werden sollte.
Es hat schon Eduard Weber*) die Idee gehabt, durch Einführung von Wasser in den Ge
hörgang, die Bewegungen des Trommelfells zu hemmen. Er ist dabei zu dem Resultate gekommen,
dass der Schall nur in so fern verändert sei, als er ihn als eine Empfindung im Innern des Kopfes
wahrnahm und nicht unterscheiden konnte, ob er von rechts oder links komme. Weber vindicirle dem
sehr nervenreichen IToromelfeHe die Fähigkeit, zu entscheiden, von welcher Seile ein Schall das Ohr
treffe. Durch Belastung mit Wasser sollte diese Membran unfähig gemacht werden, diese Function
zu erfüllen.
) licriehte über die Verhandlungen der kgl. sächs. Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig. Mathematisch
physische Classe. Leipzig. 1851. pag, 30.

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