Experimentelle Studien zur Physiologie des Gehörorgans.
"ie vorliegenden Untersuchungen wurden unternommen, um durch das directe Experiment Erfahrungen
Uber die TJeberlragung der Schallwellen vom mittleren Ohre auf das Labyrinth zu gewinnen. Der
ursprüngliche Plan ging darauf hin, der Function des runden Fensters näher zu kommen, da auf die
Bedeutung der dasselbe schliessenden Membran die anatomischen Verhältnisse entschieden hinzudeuten
scheinen.*) Dieser Plan ward bald verlassen, weil die Experimente in eine andere Richtung führten.
Ich thue dessen jedoch Erwähnung, weil sich aus ihm heraus die Untersuchung im Wesentlichen ent
wickelt hat.
An den Versuchen hat sich mein hochverehrter Lehrer, der Herr Professor Hen.sen derartig be
teiligt, dass mit wenigen Ausnahmen die Befunde von uns Beiden gemacht und selbstständig geprüft
Worden sind.
Ich kann es desshalb nicht unterlassen, schon hier demselben für die liebenswürdige Bereit
willigkeit, mit welcher er mich in meiner Arbeit, durch geistige und practische Beihülfe, wie durch
Opfer an Zeit und Mühe und durch die unbeschränkte Erlaubniss, die Apparate und das Material des
v °n ihm dirigirten physiologischen Institutes zu benutzen, unterstützte, meinen verbindlichsten Dank aus
zusprechen.
Zunächst sollte versucht werden, auf die Schwingungen des Trommelfelles in der Weise modi-
ficirend einzuwirken, dass dadurch die Gehörseindrücke wesentlich sich abänderten. Dies geschah in
doppelter Weise; einmal durch Berührung, resp. Belastung des Trommelfells mittelst Sonden und ferner
durch den Druck einer auf dem Trommelfelle lastenden Wassersäule. Beide Versuchsarten führten uns
dazu, gleichzeitig die Sensibilität des äusseren Gehörganges und des Trommelfells zu prüfen, so wie
über die Resislenzkraft des letzteren Erfahrungen zu sammeln, welche desshalb nicht ohne Interesse sein
*) Vgl. 31. Claudius. Physiologische Bemerkungen über das Gehörorgan der Cetaeeen und das Labyrinth der
Säugethiere. Kiel 1858. — Ferner: V. Hensen. Zur Morphologie der Schnecke des Menschen und der Säugethiere-
Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie, Bd. XIII. Heft 4. pag. 507. Auch Toynbee. (Die Krankheiten des Gehör-
< ' rga,ls > übersetzt von Moos, pag. 300.) schrieb dem runden Fenster die Function zu, Schallwellen auf die Schnecken-
n erven zu übertragen.

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