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sehr reichen Tumoren nie Recidive machten, hat Virchow an mehrern von ihm ge
sammelten Fällen wiederlegt. Er führt unter anderrn einen Fall von Cock und Wills
a n (Geschwlstl. S. 335), wo bei einem 32jährigen Manne ein Myeloidsarkom im Köpf
chen der Tibia die Amputation des Beins erheischte, und nach 2 Jahren zugleich
Recidive im Stumpfe und Metastasen mit Myeloplaxen in der Lunge auftraten und
*ien Tod herbeiführten. Auch von den 32 Fällen Senftlebens machten 5 Recidive,
Und von diesen 2 Metastasen in den Lungen.
Die klinische Diagnose hat durch die Einführung der Probepunktion einen
grossen Theil ihrer Schwierigkeit verloren. Die Behandlung des einmal erkannten
Rebels kann natürlich nur eine operative sein. Die bei entzündlichen Processen so
wirksamen Mittel: Ruhe, Hochlagerung, Eisumschläge nützen, wie dies ja auch bei
unserm Oberschenkelsarkom der Fall war, gar nichts. Auf die Application des Eises
Vermehren sich öfters sogar die Schmerzen.
Schliesslich möchte ich noch ein Wort über das" gewöhnliche Verfahren bei
der Probepunktion hinzufügen Meistens nämlich kommt der Patient erst mehrte
iuge, oder Wochen nach dei* Punktion zur Operation Vielleicht wurde die Punktion,
wie bei unserm Oberschenkelsarkom, sogar mehrmals gemacht. Wenn man nun
überhaupt annehmen will, dass lebende Sarkomzellen in das benachbarte Gewebe ge
bracht, dieses inficiren oder gar in die Blut- oder Lymphbahnen eindringen können,
80 wird man zugeben müssen, dass defai’tige Probepunktionen zu einer solchen Aus
breitung des Sarkoms die Hand bieten können. Man mag einen Troikar riehmnn so
fein man will, immer wird nicht nur eine Oeffnung in die vielleicht noch unversehrte
Reriostkapsel gemacht, durch welche Geschwulstelemente auswandern können, sondern
es werden oft auch an dem Ende der Troikarröhre hängende Geschwulstzellen in die
u,1 ‘gebenden Weichtheile abgestreift werden. Es ist daher wünschenswerth, sofort
nach der Punktion auch die Operation vornehmen zu können. Man wird, wie es ja
a ’ü:h in andern zweifelhaften Fällen manchmal noting ist, den Patienten, ehe er sich
a 'd den Operationstisch begiebt, aut die sofortige Amputation oder Resektion des
'"Gerankten Gliedes vorbereiten müssen, falls die Punktion eine bösartige Neubildung
ergäbe. ledenfalls aber wird man nicht durchaus nothwendige Probepunktionen ver
meiden müssen. Dann werden vielleicht auch jene räthselhaften Recidive und Meta-
sta sen sic ^ m i n( i erri) welche noch immer zuweilen nach der vollkommensten Kntfer-
nun g alles Erkrankten beobachtet werden.

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