oder feinstreifiger, oder granulirter Substanz eingehüllt ist (Geschwulstl. S. 201). -Eine
solche Intercellularsubstanz wurde denn auch bei unserm Oberschenkelsarkom beob
achtet und auch bei dem Tibiasarkom scheint sie wenigstens stellenweise (zwischen
den Kernhauten), sich gefunden zu haben. Dass sie nicht an allen Stellen gesehen
wurde, hat nichts Aulfallendes, da sehr oft die Objekte zur Untersuchung kommen,
ehe eine nachweisbare Schichte von Zwischensubstanz zwischen den rasch gewucher-
ten Zellen vorhanden ist (Geschwulstl. S. 214). Wären die Zellen an denjenigen
Stellen unsres Oberschenkelsarkoms, an welchen die Intercellularsubstanz deutlich
sichtbar war, grade sehr gross und undeutlich, etwa zerfallende Myeloplaxen gewesen,
so hätte man leicht zu der Annahme eines alveolären Baues, wie beim Krebse, ver
leitet werden können, indem man die frei gewordenen Kerne der Myeloplaxen für
Haufen undeutlicher epithelialer Zellen angesehen hätte. Das Bild eines Krebses kann
auch vorgetäuscht werden beim Betrachten eines Schnittes von einem sog. Sarcoma
trabeculare, welches hauptsächlich aus Balkenzügen von Spindelzellen zusammenge
setzt ist, die sich in der verschiedensten Richtung durchkreuzen. Auf solchen Schnitten
kann man leicht die rundlichen Querschnitte der einzelnen Spindelzellen, welche die
querdurchtrennten Balken zusammensetzen, für Haufen rundlicher Zellen ansehn,
welche von den umgebenden, der Länge nach getroffenen Spindelzellen wie von Al
veolen aus Bindegewebe umschlossen werden (Geschwulstl. S. 197). Auch durch ein
Gefässgerüst von scheinbar alveolärer Verzweigung, durch stehen gebliebene. Reste des
Mutterbodens, endlich durch Umwandlung von Geschwulstelementen in fibröses und
knöchernes Gewebe von zufällig alveolärer Anordnung kann ein krebsähnlicher Bau
vorgetäuscht werden Bei unserm Oberkiefersarkom z. B. ist erwähnt, dass sich
spongiöses Gewebe gefunden habe, in dessen Maschen Sarkomzellen gelegen hätten-
Weniger schwierig pflegt die Unterscheidung der myelogenen Sarkome von
den periostalen zu sein; da die letztem gewöhnlich schon makroskopisch an ihren
ausgedehntem Verknöcherungen erkennbar sind, mikroskopisch untersucht sich aber
ausserdem noch durch das starke Ueberwiegen der Spindelzellen auszeichnen, während
die Myeloplaxen fehlen, oder doch sehr klein sind. Früher hielt man die Kalk- und
Knochenpartikelchen in myelogenen Osteosarkomen für zersprengte Theile des alten
Knochens. Die genauere mikroskopische Untersuchung und der Befund von ähn
lichen Knochenstückchen in Sarkomen der Weichtheile widerlegten diese Ansicht.
Nach Virchow (Geschwulstl. S. 325) kann nicht bloss die Intercellularsubstanz ver
kalken, was z. B. bei der Bildung der Knochenschale, einem der normalen Knochen
bildung vollkommen analogen Processe, stattfindet, sondern es können in Zellen der
verschiedensten Art, ganz besonders auch in den Myeloplaxen, Kalksalze abgelagert
werden. Da, wo (wie es bei unserm Oberkiefer- und Tibiasarkom der Fall gewesen
zu sein scheint) eine mehr mürbe, mörtelartige Beschaffenheit hervortrete, könne m» 11
in der Regel darauf rechnen, dass nicht Knochen, sondern einfach verkalkte Weich-

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