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Namens, die Bezeichnung „Riesenzellen“ vor und wollte auch den Namen „Myeloid-
tumor“ in den richtigem „Riesenzellensarkoin“ umgewandelt wissen. Er fand auch
dieselben Myeloplaxen, wie sie in den myelogenen Sarkomen Vorkommen, in ge
schwollenen Lymphdrüsen und jungen Tuberkeln; Rindfleisch wies sie im normalen
Granulationsgevyebe nach, und mehrfach wurden sie auch in Sarkomen der Weich-
theile und in Krebsen beobachtet.
Die Myeloplaxen sind ausserordentlich grosse Zellen von bald mehr runder,
bald mehr sternförmiger, bald mehr schlauchförmiger Gestalt, mit verästelten Fort
sätzen versehn In ihrem durchsichtigen, feingranulirten Protoplasma liegen grosse,
granulirte, Kernkörperchen führende Kerne angehäuft, oft in so enormer Anzahl, dass
die Zelle das Ansehn eines Eichens in einem spätem Furchungsstadium hat (Virchow).
Nach einigen Forschern (Meckel, Hulke) gehn diese Zellen aus den Knochen- und
Knorpelkörperchen hervor, und Volkmann (Handbuch d. Chirurgie red. v. Pitha u.
Billroth. S. 441) glaubt beobachtet zu haben, dass dabei immer eine malacische Ura-
w andlung des Knochens vorhergehe, indem die Kalksalze desselben resorbirt würden.
Nach Virchow aber gehn die Myeloplaxen aus allen Zellen des Bindegewebes (also
allerdings auch aus den Knochen- und Knorpelkörperchen) hervor. Dass sie unter
anderm auch aus Spindelzellen hervorgehn, war, wie schon angeführt, an einer unsrer
Neubildungen sehr deutlich zu sehen. Die Myeloplaxen liegen in den meisten Fällen
mehr vereinzelt zwischen der spindelzelligen Grundsubstanz eingestreut, wie dies
z. B. bei unserm Oberkiefersarkom angegeben ist; sie können aber auch, und dies
War bei manchen Stellen unsres Oberschenkelsarkoms der Fall, ganze Abschnitte der
Neubildung allein zusammensetzen. Nur sind sie niemals der einzige Bestandtheil der
Myelogenen Sarkome (Virchow, Geschwulstl. S. 325).
Ein sehr wichtiger Punkt für die Unterscheidung der im Vorliegenden be
sprochenen Sarkomart von Krebsen, welche an denselben Lokalitäten sitzen, ist die
Frage über die Anwesenheit und Beschaffenheit von Intercellularsubstanz. Das ganze
klinische Bild beider Geschwulstarten kann dasselbe sein. Noch weniger lässt sich
durch die bloss makroskopische Betrachtung ein Unterschied zwischen den mark-
schwammähnlichen Formen beider entdecken. Selbst die mikroskopische Untersuchung
stösst auf nicht geringe Schwierigkeiten und kann aus der Porm der Zellen allein
die Entscheidung zuweilen nicht treffen. Die Zellen sollen beim Carcinom epithelialer
Art sein, beim Sarkom den Bindegewebszellen gleichen. Dieser Unterschied aber
wird verwischt, wenn die Zellen beider, wie es bei den ganz weichen, medullären
Sarkomen und Carcinomen nichts Seltenes ist, eine rundliche Form annehmen. Da.
gegen findet sich beim Carcinom immer ein gröberes, bindegewebiges Maschennetz,
in dessen Alveolen dann Zellenhaufen ohne jede weitere Zwischensubstanz liegen,
^ährend beim Sarkom besondere Bindegewebsalveolen nicht vorhanden sind, dagegen
jede einzelne Zelle von einem von ihr selbst abgeschiedenen Mantel aus homogener,
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