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normalen Bindegewebes; es sind Spindelzellen, Netzzellen und Rundzellen. Alle übri
gen Zellformen der Sarkome sind nur Derivate jener Elemente. Die Spindelzellen,
deren grosse Aehnlichkeit mit Nerven- und Muskelzellen Billroth (Virchow’s Arch-
Bd. IX, S. 179) gebührend hervorgehoben hat, sind langgestreckte Zellen, mit blassem,
granulirtem Zellkörper, deren Enden in fadenförmige Fortsätze von oft erstaunlicher
Länge auslaufen. Sie haben einen, nicht selten auch mehrere länglich-ovale Kerne
mit scharfen Contouren, granulirtem Inhalt und darin einen oder mehrere glänzen
dem Kernkörperchen. Diese von allen Autoren erwähnten Eigenthürnlichkeiten der
Spindelzellen fanden sich auch bei denen, welche in unsern 3 Tumoren enthalten
waren. Von den zuweilen vorhandenen Zellmembranen aber, sowie von der feinen
Längs- und Querstreifung, welche einige Forscher (Virchow Geschwulstl. S. 199) an
denselben beobachteten, wird in keinem unsrer Fälle etwas bemerkt. Nach Senft'
leben (Archiv f. kl. Chir. B. I. S 122) können sich aus Spindelzellen ovale und runde
Zellen entwicklen; nach Virchow (Geschwlstl. S. 201) gehn sie nicht selten in Netz
zellen über, indem sie mehrere verästelte Fortsätze treiben und, wie wir bei unserm
Oberschenkelsarkom beobachten konnten, können sie sich auch zu Myeloplaxen um
gestalten. Die Rundzellen und unregelmässigen Zellen (letztere scheinen bloss un
regelmässig gerathene oder abgeplattete Rundzellen zu sein) unsres Sarcoma Femoris
können demnach entweder aus gewucherten Spindelzellen hervorgegangen sein, oder
auch direkt aus den bindegewebigen Elementen des Markes sich gebildet haben. Die
freien Kerne, die bei der mikroskopischen Beschreibung unsres Oberschenkelsarkoios
erwähnt wurden, können in allen Sarkomarten Vorkommen und haben von den ver
schiedenen Forschern eine sehr verschiedene Beurtheilung erfahren. Einige (Senft'
leben) Hessen sie hervorgehn aus einer Wucherung der Kerne in den Spindelzellen
mit gleichzeitigem Zerfall der letztem, andere (Schleiden-Schwann) betrachteten slC
als die Anfänge einer Zellenentwicklung, und nach Virchow (Geschwulstl. S. 20l)
sind sie nichts weiter als die Produkte einer mangelhaften Präparation. Zerzupft*
man nämlich frische, noch weiche Geschwulsttheilchen, namentlich unter Wasserzu-
satz, so zerstöre man den weichen Zellkörper und setze die Kerne in Freiheit; nach
vorgängiger gehöriger Erhärtung aber seien keine Kerne in den Präparaten zu entdecken •
Unter allen Bestandteilen der myelogenen Sarkome haben die Myeloplaxen
die meiste Discussion erfahren Den Namen haben sie von ihrem Entdecker Rohm
erhalten, der sie zuerst im fötalen Knochenmark fand und, ihre Zellennatur verkennend,
sie „Markplatten“, „Myeloplaxes“, nannte, Paget, in der Meinung, sie seien ein con-
stanter Bestandteil alles Knochenmarks, führte dann für die myelogenen Osteosar-
koine, in denen er die Myeloplaxen ebenfalls fand, den Namen, „Myeloidgeschwulst
ein. Erst Virchow (Arch. B. XIV. S. 47) wies nach, dass die Myeloplaxen aus ein
fachen Zellen durch wiederholte Kernteilung entstehn und sich auch später noch
wie gewöhnliche Zellen verhalten. Er schlug daher, statt des von Robin eingeführten

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