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Ursachen, während das widerstandsfähigere Periost, wenigstens im Anfang, einfach von
ihnen auseinandergedehnt wird. In der Mitte muss natürlich die Auftreibung am
stärksten werden, nach den Rändern zu abfallen. Dadurch erhält die Geschwulst bei
den langen Röhrenknochen mehr weniger die Spindelform, welche für die myelogenen
Osteosarkome als charakteristisch angesehen wird. Sehr leicht kann dieselbe in die
Eiform übergehn, wenn die Zellenwucherung in der Geschwulst sehr bedeutend wird
Durch den Widerstand, welchen das Periost dem Vordringen des Neoplasmas
entgegensetzt, werden die benachbarten Weichtheile oft sehr lange vor dem Aufgehn
in der Geschwulstmasse geschützt. Die anliegenden Muskeln, Nerven und Gefässe
werden meist einfach zur Seite geschoben und nur, wo Muskeln, Sehnen, oder Liga
mente sich an das Periost festsetzen, drängen sich die Geschwulstelemente gern zwischen
die Fasern derselben ein (Virchow, Geschwulstl. S. 302.) Dass aber auch hier noch
das Periost einen sehr wirksamen Schutz leisten kann, kann eben unser Oberschenkel-
sarkom beweisen, bei welchem, trotz mehr als 72 jährigen Bestehens, die fest mit dem
abkapselnden Perioste verwachsenen sehnigen Ursprungsfasern des Vastus int. nicht
inficirt waren. Selbstverständlich sind die Nachbartheile den schädlichen Druck
wirkungen seitens der Geschwulst nicht entzogen • wir linden bei unserm Oberschenkel
sarkom den Vastus int. und ext. atrophisch abgeplattet, es waren Schmerzen und
Krämpfe in der Wade vorhanden, und die Vena cruralis zeigt sich unterhalb der Ge
schwulst thrombosirt. Ist die Schranke des Periostes einmal durchbrochen, so pflegt
sich die Geschwulstmasse um so rascher in alle Weichtheile der Nachbarschaft
verbreiten Es entsteht dann ein Bild, wie es Cohnheim bei einem Tibiasarkom eines
30jährigen Mannes fand (Virchow’s Arch. XL. S. 286.), welches nach einem Trauma
entstanden und in 2 1 /2 Jahren zu einer mächtigen Geschwulstmasse herangewachsen
die Wadengegend des Unterschenkels in eine unförmliche Auftreibung verwandelt hatte.
Schon makroskopisch liess sich nachweisen, dass die Muskeln zum Theil ganz in der
Geschwulst untergegangen waren, und wie sich einzelne Geschwulstknollen in noch
intakte Muskelbäuche verschoben. Mikroskopisch aber fanden sich überdies in der
den Geschwulstknollen unmittelbar angrenzenden rothen Zone der Muskeln, zwischen
den übrigens nicht wesentlich veränderten Muskelfasern, nicht bloss vielfach Rund'
und Spindelzellen, sondern auch zahlreiche, fast immer isolirt liegende, vielkernig 41
Myeloplaxen.
Einen noch auffallendem Widerstand als das Periost setzen die Knorpel dei
Gelenkenden der Ausbreitung der Geschwulst entgegen. Sie werden fast nie durch
brochen; ja zuweilen umwächst der Tumor das Gelenkende und dringt erst von ausse* 1
in die Gelenkhöhle ein (Geschwlstl. S 254). Auch von Reizungs- und Entzündung^'
erscheinungen pflegt das benachbarte Gelenk frei zu bleiben. Man lindet im Gege n
theil meistens angegeben, dass die Patienten noch lange mit der Geschwulst heruiü'
gegangen sind und gearbeitet haben — in dem Falle Cohnheims hatte der PatieD 1

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