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die Geschwulst fühlt man, dass dieselbe pulsirt, und sieht die aufgelegten Finger
synchronisch mit dem Pulse sich heben. Das an die innere Seite angedrückte Ohr
Vernimmt deutlich ein mit dem Pulse synchronisches, sausendes Geräusch.
Comprimirt man die Art femoralis, so hört Pulsation und sausendes Geräusch
a uf, und die Geschwulst sinkt unter auffallender Erschlaffung der äusseren Haut um
mehr als einen Ctrn. ein, hebt sich aber sofort wieder mit pulsirenden Stössen, wenn
die Compression nachlässt. Im üebrigen war an dem Bein nichts Auffallendes; die
luguinaldrüsen waren nicht geschwollen.
Am 2. Februar 1855 wurde der rechte Oberschenkel amputirt. Das amputirte
Stück wurde mit Wachsmasse injicirt.
Bei der Präparation finden sich nirgends grössere Arterienäste in die Ge
schwulst führend (die Art. articularis Genu inf. ext. war die grösste; sie war steck-
uadeldick). Das obere Ende der Tibia, in der Längsrichtung durchsägt, enthält eine
Reiche, schwammige Masse, welche nach unten zu gegen das normale Mark scharf
abgegrenzt ist, und nach vorn den Knochen durchbrochen hat, aber noch von dem
etwas verdickten Periost überzogen ist. Die Masse ist von verschiedenster Färbung,
weiss, hellgelb, dunkelgelb, braun. Nirgends eine grössere, bluthaltige Höhle; nir
gends Injektionsmasse. °Aus der Schnittfläche lässt sich nur eine klare Flüssigkeit
ausstreichen, die spindelförmige Zellen enthält; doch reisst das schabende Messer
leicht Partikelchen von der Geschwulst mit. Die mikroskopische Untersuchung er
gabt, dass die Geschwulst vorzugsweise aus spindelförmigen Zellen besteht, die 1
oder \ längliche Kerne haben. Dazwischen liegen grosse Haufen von Kernen, jeder
mit einem Kernkörperchen, welche durch eine feine, granulirte Substanz zu unregel
mässigen, häufig rundlich geformten Haufen zusammengehalten werden. Es finden
»'eh ferner in °der Geschwulst viele Myeloplaxen. In der Mitte befindet sich eine
gelbliche Stelle, welche beim Ueberstreichen knirscht und welche Kalksalze enthält
Von einem Gerüst irgend welcher Art lässt sich am frischen Präparate nichts
uachweisen.
Nach einiger Maceration aber zeigt sich ein dendritisch verzweigtes, zottiges
Gerüst, welches von der Wand der Geschwulst auszugehen scheint, und dessen
Grundlage Gefässe sind. Die Wandungen der Gefässe sind ganz mit spindelförmigen
Zellen umlagert. Das Kniegelenk ist unversehrt, der Knorpel der Tibia ganz intakt;
doch findet sich die Synovia etwas vermehrt. x
Die Heilung der Operationswunde verlief ganz gut. Von einem Recidive ist
mchts bekannt geworden.

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