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Dass nicht auch auf den von der Wand abgezogenen Membranstücken sich
solche Zellen fanden, mag darin seinen Grund haben, dass dieselben beim Abschaben
der tiefem Membranschichten, einem etwas gewaltsamen Verfahren, abgestreift
wurden. —
Es wurden schliesslich auch noch die sehnigen Reste des Vastus internus, die
an der Geschwulst hängen geblieben waren und etwas verfärbt und verdächtig aus
sahen, untersucht; doch fanden sich darin keine Geschwulstelemente.
II. Margaretha B ehr mann aus Uetersen, 29 Jahre alt, wurde am
9. Januar 1855 aufgenommen.
Die etwas geschwächt ausst j hende Patientin, die sich übrigens im Allgemeinen
wohl fühlt, überstand im Jahre 49 den Typhus. Bald nachher trat sie einen be
schwerlichen Dienst an und wurde dann plötzlich, als sie mit einer anstrengen
den Arbeit beschäftigt war, von einer solchen Schwäche im rechten Bein befallen,
dass sie hinstürzte. Diese Anwandlung ging rasch vorüber und wiederholte sich
nicht mehr. Anfang März 1857 aber fühlte die Pat., wieder mit einer schweren
Arbeit beschäftigt, plötzlich einen heftigen, krampfartigen Schmerz im rechten Knie,
so dass sie kurze Zeit ausruhen musste. Der Schmerz verlor sich wieder nach 10
Minuten, trat aber in den nachfolgenden Wochen jedesmal, wenn Pat. sich stärker an-
'strengte, ein, zuletzt immer häufiger und auf immer geringfügigere Veranlassungen
hin, so dass Pat. erst beim Gehen einen Stock gebrauchen, dann ganz das Bett
hüten musste. Es dauerte nicht lange, so wurden die Schmerzen ganz kontinuirlich
und nahmen nun einen deutlich klopfenden Charakter an.
Befund. Es findet sich an dem oberen Ende der rechten Tibia eine massig
prominirende, ovale, unverschiebbare Geschwulst, die etwa 1 Ctm. unterhalb der Pa-
tella beginnt und, von normaler Haut bedeckt, sich 11 Ctm. in die Länge, 10 in die
Breite erstreckt. Der Umfang des rechten Beines über der Spina Tibiae beträgt
5 Ctm. mehr als der entsprechende des linken. Der untere Umfang der Geschwulst
ist von einem harten Saume bedeckt, welcher mit der Substanz der Tibia in un
mittelbarem Zusammenhang steht Etwas weiter nach der Mitte zu fühlt man » n
mehreren Puncten deutliches Pergamentknittern; unregelmässig umschriebene, harte
Stellen wechseln ab mit weicheren, und der grössere, mittlere Theil der Geschwulst
besitzt Fluktuation. Die hintere Hälfte der Epiphyse ist gesund und nicht druck
empfindlich.
Auch das Kniegelenk scheint nicht afficirt zu sein. Die Beugung im Gelenk
geht leicht und schmerzlos; die Streckung wird dagegen nur unvollkommen aus
geführt, weil die Spannung des Ligamentum Patellae, welches seinen Ansatzpunkt
innerhalb der Geschwust hat, schmerzhaft ist. Bei anhaltendem tieferem Drucke auf

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