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gen Stellen weisslich und verdickt, an andern löschpapiefdünn erscheint. Die Farbe
der Geschwulst war fieischroth, abgesehen von den erwähnten weisslichen Stellen.
Die Consistenz war im Allgemeinen die eines Markschwammes; an einzelnen Stellen,
die meistens den erwähnten Hügeln entsprachen, derber, an andern weicher; an meh-
rern nahm man deutliche Fluktuation Wahr, und zwar entsprachen letztere, wie sich
später herausstellte, darunterliegenden Cysten. Wo die Geschwulst sich hinten uiid
aussen vom obern Knochenfragmente abhob, war sie mit einem Saume von knöcher
ner Consistenz, dem Anfang zu einer sogenannten schaligen Auftreibung, bedeckt, an
deren Rande sich das sogenannte Pergamentknittern erzeugen liess. Auch an der
untern Ausgangsstelle der Geschwulst vom Knochen waren an der Aussenseite einige
harte Plättchen durchzufühlen. Durch das Gefühl liess sich noch ermitteln, dass die
beiden Knochenfragmente mit seharfem, zackigem Rande, wie abgebrochen, an der
Grenze der Geschwulst endeten, das untere tjuer durchtrennt, das obere abgeschrägt,
wie eine zugespitzte Gänsefeder, die ihre lange Spitze auf der Aussenseite des Femur
dem untern Fragmente bis auf Centimeter-Weite entgegenstreckte. Der Längsdurch
messer der Geschwulst betrug 12, der Breitendurchmesser 9 Ctin.; der jenem entspre
chende Umfang mass 30, der diesem entsprechende 50 Ctm.; das obere Knochenfrag
ment ist beinahe 8, das untere 14 Ctm. lang, und da noch etwa 6 Ctm. vom Femur
im Amputationsstumpfe zurückgeblieben sein mögen, so nahm die Geschwulst ziemlich
genau die Mitte des Oberschenkelknochens ein.
Auf einem in der Sagittalebene gemachten Durchschnitt, dem noch ein zweiter
Schnitt in der Frontalebene durch die äussere der Geschwulsthälften hinzugefügt
wurde, (auf der Abbildung ist die äussere Hälfte mit ihrem Frontalschnitte, welcher
die untere Fragmenthälfte nicht mitbetroffen hat, dargestellt, von der sagittalen Schnitt
fläche aus betrachtet), zeigte sich die Hauptmasse der Geschwulst dem Hirnmarke
ähnlich an compaktem Aussehn, Farbe und Consistenz. Doch zeigte die Weisse
Fläche hin- und wieder röthliche Marmorirungen, und eine ziemlich umfangreiche
Stelle zeichnete sich durch eine intensiv gelbe Farbe aus. Auch traten beim sorg
fältigem Durchtasten dem Finger derbere Stellen in der markigen Grundsubstanz ent
gegen. Zahlreiche Cysten von sehr verschiedener Gestalt und Grösse (Erbsen- bis
wallnussgross) unterbrachen die Masse der Geschwulst, bildeten durch eigenthüm-
liche Zusammenlagerung grössere, nur durch membranartige Zwischenwände getheilte
Hohlräume und zerspalteten hierdurch die Geschwulst in mehrere grössere und klei
nere Lappen. Aus den meisten der Cysten entquoll beim Durchschneiden eine trübe
Flüssigkeit von Speichel- bis Gallerte-Consistenz, deren Farbe in den einzelne Cysten
verschiedene Nuancen des Roth vom hellen Rosa bis zum dunklen Braunroth zeigte.
In einer fast taubeneigrossen Cyste in der Mitte der Geschwulst hatte die zähflüssige
Inhaltsmasse eine schmutziggrüne Farbe. Nach dem Abfliessen der Flüssigkeit kolla-
birten die Cysten mehr weniger und gestatteten dem Auge ihre Wände zu durch-

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