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w ie schon oben angedeutet, die Energie der M u s k e Ith ätigk ei t beeinträchtigt
Schon die Allgemeinsymptome, d. h. Klagen der Chlorotischen über leichte Er
müdung, Schwere in den Füssen, die sog. pseudorheurnatischen Muskelschmerzen
geben uns ein Bild von der Erschlaffung des ganzen Körpers. Dieselbe Leistung,
welche früher resp. unter normalen Verhältnissen durch die gewöhnlichen Muskeln
zu Stande kam, kann nur durch Hülfe der sog. accessorischen Muskeln erzielt werden,
^enn bei der allgemeinen ungenügenden Ernährung der Muskulatur ist die Leistungs
fähigkeit jedes einzelnen Muskels eine verminderte, er ermüdet leicht. Da aber je
energischer eine Muskelcontraction von Statten geht, desto grösser auch die Leistung
des einzelnen Muskels wird, so muss das, was früher von wenigen Muskeln geleistet
Wurde, jetzt von mehr Muskeln-Individuen zu Stande gebracht werden, von denen
jeder Einzelne für sich betrachtet, zu der Gesammtsumme der Leistung einen geringe*
Pen Theil beiträgt. Die assessorischen Athmungsmuskeln treten in Thätigkeit; sie sind
es > welche den Thorax hauptsächlich vergrössern, wenn man vom diaphragma absieht,
gesteigert wird natürlich noch die Thätigkeit der accessorischen Muskeln in all den
Zuständen, in welchen das diaphragma weniger zu leisten im Stande ist. Die Thätig-
keit der Ersteren erstreckt sich hauptsächlich auf die Ausdehnung der oberen Parthie
des Thorax und diese Ausdehnung muss natürlicher Weise, da die arbeitenden
Muskeln meist oben am Thorax gelagert sind und die Richtung ihres Zuges von oben
Und hinten nach unten und vorn sich erstreckt, auch consecutiv eine grössere Ex
pansion der oberen Lungenparthie, eine geringere dagegen der unteren nach sich
Zle hen. Eine verminderte Thätigkeit des diaphragma sehen wir schon unter normalen
Verhältnissen bei Weibern; mn so mehr wird bei ihnen obige Erscheinung Statt finden
We «n die schon an und für sich geringe Thätigkeit des diaphragma noch stärker be
einträchtigt wird.
Die soeben geschilderten Vorgänge beobachten wir bei chlorotischen in aus
gezeichnetem Maasse. Bei ihnen ist:
1. das Blut ungenügend mit Sauerstoff gesättigt; bei ihnen ist daher
2. das Athmungsbedürfniss gesteigert; bei ihnen finden wir folgerichtig
3. oberflächliches Athmen, welches noch durch die herabgesetzte Energie der
Muskelthätigkeit in hohem Maasse zunehmen muss.
Wenn schon während der Ruhe die normale Zahl der Athemzüge nicht aus
gehend ist, den Lungen den Sauerstoff in einer für das Bedürfniss des Körpers ge-
nii genden Menge zuzuführen, so ist jede Körperanstrengung im Stande vermöge der
ei höhten Oxydation den Kranken das Athmungsbedürfniss und die Anzahl der Athern-
J, Üge zu einer qualvollen Höhe zu steigern; daher das Hächel bei körperlicher
e Wegung, daher das Hächeln beim Gehen, daher das Hächeln bei Treppensteigen, Er
lernungen, welche wir bei hochgradig Fiebernden aus demselben Grunde der ver
ehrten Oxydation wahrnehmen können.

K,v

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