Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1868 (Band XV.)

Die mittlere Zusammensetzung des Blutes bei 6 chlorotiscben Weibern war 
folgende: 
Blut in 1000 Theilen: 
Mittel 
Specifisches Gewicht 1046,37 
Wasser 828,55 
Körperchen 86,83 
Feste Theile des Serum 80,27 
Faserstoff 4,20 
Serum in 1000 Theilen: 
Specifisches Gewicht 1026,16 
Wasser 911,80 
Eiweiss 76,15 
Extracte und Fette 12,05 
91,10 
18,52 
Alter: 2 waren 19 Jahre alt, 3 waren 21 Jahre, eine 22 Jahre. Körperchen: 
die Zahl derselben betrug in den einzelnen Fällen 109, 104, 102, 95, 64, 45. 
Der Faserstoffgehalt war immer gross: 5,01, 4,50, 4,0‘3,21, 3,06. 
Der Eiweissgehalt war normal, oft ziemlich hoch. 
Der Urin der Chlorotischen ist specifisch leicht und hell.*) Der Harnstoff- 
gehalt ist vermindert und die helle Farbe lässt sich aus dem Mangel an Harnfarb- 
stofi erklären. Die verminderte Harnstofiproduction beruht auf einer verringerten 
kauerstoffaufnahme Letztere beruht nach Bartels darauf, dass das Blut wegen 
Mangels an rothen Blutkörperchen eine verminderte Respirationsfähigkeit be 
sitzt. Die Harnsäureausscheidung ist unter Umständen z. B. bei körperlichen A nstreu 
gungen vermehrt analog wie bei Leukämischen. Die verminderte Oxydation hat also 
ihren Grund in einer relativen Athmungs insutfizien z (Bartels). So wird also 
jedem Organ nicht die genügende Quantität Sauerstoff zugeführt; das Sauerstoffbedürf- 
Mss des Organismus wird mit einem Worte nicht befriedigt. 
Diesem Sauerstoff-Mangel sucht das Individuum theils bewusst theils unbewusst 
durch einen veränderten Typus der Athmung abzuhelfen. Dadurch dass das Indivi 
duum oberflächlich athmet, ist es im Stande, in der Zeiteinheit mehr Sauerstoff den 
*) Deutsches Archiv für klinische Medicin. 1 1. Band. 
Bartels. Untersuchungen über die Ursachen einer gesteigerten Harnsäure-Ausscheidung in Krank 
heiten p. 4 6.
	        

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