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zur Verwendung kommen soll, dieselbe erst , zu analysiren (was jedoch in Praxi nicht
ausführbar sein dürfte), und die Mischung mit Wasser alsdann vorzunehmen; folgt man
der allgemein als gültig angenommenen und in populären Schriften vertretenen Methode
ohne Weiteres, so ist leicht abzusehen, wie unvorteilhaft und, unregelmässig die
Ernährung des Säuglings in vielen Fällen geleitet wird. Es wird gestattet sein, dies
an einem Beispiele zu zeigen: Die Vorschrift lautet fftr die ersten 5—6 Monate
1 Theil Milch, 2-Theile Wasser nebst Zucker. Gesetzt, es würde die von uns analy-
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sirte Vlilch zu diesem Zwecke benutzt (wie es in der That geschieht), so würde das
Kind an dem einen Tage 8 %o. Casein und 11 °/oo Butter, an einem der folgenden
6 %o Casein und 9 °/oo Bpfter u. ,s. w. erhalten, wenn die Milch von einer auf der
Weide grasenden Kuh bezogen wird und unverfälscht in die Küche kommt. Nehmen
wir nun als norniale Zusammensetzung der Frauenmilch die folgende an:
•[olir>i;d
Vernois & Becquerel,
Mittel aus 89 Analysen.
jOiOfB? H
Feste Stoffe 110,32
5)8
.llLlll{iiV/IK\''.lJii öl)
[/. IS c .iin lÜKsl-j»
Casein
Albumin
Butter
Milchzucker
Salze
39,24
26,66
43,64
1,38
so zeigt ein Vergleich mit diesen Zahlen, wie mässig das Kind ernährt worden war.
Dies möge genügen. Es liegt ausserhalb der Grenzen dieser Arbeit, auf diese Ver
hältnisse näh£r : einzugehen. Hier sollte nur gezeigt werden, wie sehr ein Verfahren
nach der Volksmethode, wenn so gesagt werden darf, irre führen kann. Beiläufig
erwähne ich; dass West (Pathologie und Therapie der Kinderkrankheiten) vorschlägt,
gleich anfapgs Milch und Wasser zu gleichen Theilen zu geben und das Wasser
allmählich bis auf Yä zu vermindern. Gedeiht ein aufgepäppeltes Kind schlecht, so
darf man vielleicht früher den Wasserzusatz beschränken.
Wenn ich mir zum Schlüsse erlaube, auf Grund der in den Anatysen gewon
nenen Resultate einige practische Bemerkungen zu machen, so geschieht dies viel
mehr im Vertrauen auf die weitere Bestätigung der gemachten Erfahrungen, als in
der Meinung ihrer vollkommenen Zulänglichkeit für eine solche Aufstellung.
, Stall- und Weidenmilch unterscheiden sich im Ganzen und Grossen nicht
sehr mit Bezug aut ihre quantitative Zusammensetzung. Die zu irgend einer Kur zu
verwendende Milch kann also in jeder Jahreszeit gleich gut bezogen werden.
Es dürfte gerathener sein, die Milch für den Säugling aus einer Mischung der
ganzen Menge von verschiedenen gleichzeitig gemolkenen Kühen zu entnehmen, an-

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