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diesem Zwecke wurde hier früher das Ferrum candens angewandt; aber in den seltensten
Fällen gelang es, selbst durch die energischste Anwendung desselben, das Virus so
gründlich zu zerstören, dass man nicht an dem nachbleibenden Geschwür deutlich
einen Chanker erkennen könnte, das noch ausserdem durch seine langsame Heilung
seine Chankernatur dokumentirte. Es kam nicht selten vor, dass ein Patient, nach
dem das Ulcus penis geheilt war, nur wegen seiner Impfchanker noch wochenlang im
Spital bleiben musste. Meinem Wunsche, zur Zerstörung der Impfchanker statt des
Ferrum candens andere Mittel, namentlich das Kali causticum, in Anwendung zu ziehen
willfahrte Hr. Prof. Bartels in der freundlichsten Weise. Es wurden nun zunächst bei
einem Patienten, dem 2 Impfchanker auf dem Oberschenkel (an welchem Ort alle hier
Vorgenommenen Impfungen gemacht wurden) beigebracht waren, ein Impfchanker, wie
üblich mit Ferrum candens zerstört, der andere aber mit Kali causticum in der Weise
touchirt, dass nach Entfernung der über dem Geschwürsgrunde befindlichen Epidermis
e Uie kurze Zeit ein Stift von Kali causticum mit dem Geschwür in Berührung gebracht
Wurde. Nach 10 Tagen war der auf letztere Weise behandelte Impfchanker geheilt,
während der, mit Ferrum candens zerstörte erst nach 22 Tagen heilte (beiläufig be
merkt war dies noch einer von den wenigen Fällen, wo die Zerstörung mit Ferrum
c andens vollständig geglückt war). In der Folge wurde nun nur das Kali causticum
Zur Zerstörung der Impfchanker angewendet, und in fast allen Fällen mit dem günstig
en Resultate. Von 21 auf diese Weise bei 11 Personen zerstörten Impfchankern
Sc blug die Zerstörung von nur 3 Impfchankern fehl. Der Schmerz, der nach der An
wendung des Kali causticum entsteht, wurde meist als 15 Minuten dauernd an-
8 e geben, die Zerstörung selbst ohne Chloroformnarkose des Patienten vorgenommen;
Unter dem sich alsbald bildenden Schorfe geht die Heilung von statten und bedarf der
^urstörte Impfschanker nun keiner weiteren Behandlung. Bis jetzt hatten aber alle
Personen, bei denen die Impfchanker zerstört worden waren, während der ganzen Be-
bandlung strenge das Bett hüten müssen. Es galt nun zu prüfen, ob bei Personen,
d* e Bags über ausserhalb des Bettes zubrachten, die Zerstörung von demselben günstigen
Erfolge begleitet sein würde. Zu diesem Zwecke wurden 2 p. p. denen der einen 2,
^ er anderen 1 Chanker zur Fesstellung der Diagnose auf den Oberschenkel applicirt
w °i , den war, nach der Impfung erlaubt, am Tage ausserhalb des Bettes zuzubringen.
Am 3ten Tage nach der Impfung hatten sich bei beiden Personen deutliche Impf-
1 hanker entwickelt; in gewohnter Weise wurden dieselben mit Kali causticum zer-
s tört und in dem übrigen Verhalten der Personen keine Veränderung vorgeschrieben.
h*ie Zerstörung glückte vollständig und es trat im weiteren Verlaufe der Heilung unter
dem Schorfe durchaus keine Störung ein.
Nach diesen Versuchen möchte ich glauben, dass man in dem Fall, wo man
dem Träger eines Ulcus rnolle eine Impfung vorgenommen hat, die Impfchanker,
s °bald sie ihren diagnostischen Zweck erfüllt haben, mit Kali causticum schnell und

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