Ein, in mancher Beziehung interessanter, gegenwärtig noch in Behandlung be
findlicher, den vorigen sich anschliessenden Fall ist folgender:
Amalie Babki p. p. wurde am 22. April 68 aufgenommen wegen eines Geschwürs
ain linken Mundwinkel. Patientin wollte dieses Geschwür in Folge einer Kratzwunde,
die ihr Jemand an dieser Stelle vor 14 Tagen beigebracht, bekommen haben. Das
Eeschwür war von runder Form, mass 7 Mm. im Durchmesser und hatte einen etwas
mdurirten Grund: nur linkerseits waren am Halse 2 Drüsen geschwollen. Die Unter
suchung auf syphilitische Erkrankung anderer Körpertheile fiel vollständig negativ
es. Eine am 23. April vorgenömmene Impfung mit dem Eiter des Geschwürs, wel
t'hes 24 Stunden hindurch intact gelassen war, lieferte vollständig negatives Resultat
Es wurde daher die Diagnose aufülcus durum gestellt, jedoch noch keine antisyphi-
fitische Cur eingeleitet; erst am 3. Mai wurde die Schmiercur ordinirt. Die Hals
drüsen links waren jetzt mehr geschwollen als bei der Aufnahme, rechts keine
Schwellung derselben wahrzunehmen, die Induration des Geschwürsgrundes hatte be
deutend zügenommen. Am 5. Juni zeigten sich Plaques muqueuses am rechten,
weniger am linken Gamnenbogen, Drüsen am Halse auch rechterseits geschwollen
Auf der Haut, an den Genitalien und am Anus keine syphilitische Erkrankung.
Eine besondere Erwähnung bedarf noch der in Tabelle XI. sub 7 aufgeführte Fall.
Dieser Patient war nämlich schon im Jahre 1865 wegen Condylomata lata am
Anus aufgenommen und Mitte Juni desselben Jahres als geheilt entlassen worden.
1S67 wurde er am 23. Januar mit einem ulcus an der Corona glandis wieder aufre-
kommen. Die mit negativem Resultat vorgenommene Impfung, die multipel indolent
geschwollenen Inguinaldrüsen, die Induration des Geschwürsgrundes Hessen ein Ulcus
durum erkennen. Demgemäss wurde die Schmiercur eingeleitet; am 22. Februar
wurde Patient noch nicht ganz geheilt entlassen; 4 Wochen später stellte er sich
wieder mit Plaques muqueuses im Rachen vor. In diesem Falle lag also eine zwei
malige Infection mit syphilitischem Virus vor, der einzigste derartig hier sicher con-
st&tirte Fall von doppelter syphilitischer Infection.
Chancre mixte (Infection mit -syphilitischem und Chankergift) wurde hieselbst
'o drei Fällen*) beobachtet, ob aber die Uebertragung beider Gifte in diesen Fällen
gleichzeitig erfolgte, möchte fraglich sein, und ist in einem Falle entschieden zu
verneinen.
Drude p. p. wurde aufgenommen 5. Januar 1862. Dieselbe war behaftet mit
einem, über den ganzen Körper verbreiteten Fleckenexanthem von gelblicher Farbe,
das stellenweise über die Umgebung etwas prominent war. Neben dem orifieium uteri
*) Diese 3 Individuen wurden bei der oben angegebenen Summe der hieselbst vorgenommenen Impfun-
nicht berücksichtigt.

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