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Methoden, die sich ihren äusseren, zeitlichen Heileffect nach als gleichwertig heraus
gestellt haben, nicht auch ihrem inneren, definitiven Effect nach dieselbe Bedeutung
haben, da bei beiden, nicht etwa ein ganz heterogenes Heilmittel in Betracht kommt,
sondern vielmehr dasselbe Heilmittel, nur in verschiedenen Präparaten und in ver
schiedener Anwendungsweise verwendet wurde.
Vergleichen wir nun unsere Resultate mit der von Lewin in den Berliner Charite-
Annalen Bd. XIV. 1868 veröffentlichten Resultaten, die auf der syphilitischen Abthei-
lung der Charite in Berlin von ihm und von seinen Vorgängern erzielt wurden.
Lewin giebt die Höhe der Recidive bei den weiblichen Kranken, die der Queck-
silbercur unterworfen wurden, auf 65% an.*)
Da jedoch unter den zu der statistischen Verwerthung berücksichtigten Kranken
eine nicht unbedeutende Anzahl sich findet, welche sich nur einmal wegen Syphilis
freiwillig in die Charite begeben hatten, bei ihnen jedoch nach demselben Procent-
satz wie bei den zwangsweise der Charite zugeführten Personen ein Recidiv ange-
n °nnnen werden muss, so steigert sich unter Berücksichtigung dieses Umstandes die
Hohe der Recidive auf 81%.**) Bei der Sublimatinjectionscur traten dagegen nur
8 7o Recidive ein, nach Berücksichtigung der Wahrscheinlichkeit, mit weicher noch
fernere Recidive der bereits Entlassenen zu erwarten stehen, aber 31%.***)
Im Vergleich zu der Zahl unserer Recidive, bei der jede Wahrscheinlichkeits-
Dehnung ausgeschlossen worden ist, können daher für die Quecksilbercur sowie für
Sublimatinjectionscur Lewin’s nur 65% resp. 28% Recidive in Betracht bezogen
Werden Die Zahl unserer Recidive beträgt nur 17,3% für die Schmiercur. Zu be
merken ist jedoch, dass bei Berechnung dieses Procentsatzes auch diejenigen Kranken
w elche wegen später Formen mit Kal. jodat. behandelt wurden mit berücksichtigt sind.
Suchen wir nun die daraus entstehende Differenz dadurch zu beseitigen, dass
^ lr die 18 an späten Formen behandelten Kranken (Tab. 1.) nicht berücksichtigen, so
^iben 74 Kranke, von denen 12 von Recidiven befallen wurden = 16,3%. Wenn
a Uch dadurch die erhaltenen Zahlen noch nicht, als unter denselben Verhältnissen ge-
w °nnenene anzusehen sind, so ist doch ein Vergleich umso eher möglich, als nun nur
ein und dasselbe Agens als Heilmittel in Betracht kommt.
^ Nehmen wir, was wir oben als Vermuthung aufgestellt haben, dass nämlich
le Injectionscur der Schmiercur auch in Bezug auf die Häufigkeit der Recidive als
gleichwertig anzusehen sei, als erwiesen an, so ergiebt sich der grosse Unterschied
v °n 65 resp. 28 % in Lewin’s Fällen, gegenüber den unsrigen von 16,3 %. Zu be
merken ist, dass die 16,3 % Recidive bei der hier geübten Behandlung mittelst der
Wnuercur ein unumstössliches Factum ist; da aber nach dem Ausspruch des er-
%^mPn Autors die Injectionscur die Anzahl der Recidive gegenüber der Schmiercur
*) 1. c. pag. 651.
**) 1. c. pag. 652.
***) 1. c. pag. 697.

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