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Wie sich aus vorstehender labeile ergiebt, war die Dauer des Aufenthaltes
eines mit Ulcus durum behafteten Frauenzimmers im Durchschnitt um 16 Tage kür
zer als eines Mannes, ein Umstand, für den ich die Erklärung schuldig bleiben muss.
Die Aufenthaltsdauer eines mit Ulcus durum behafteten Individuums betrug ohne
Rücksicht auf Geschlecht im Durchschnitt 44 Tage gegen 68 Tage eines mit Condy-
lornata lata Behafteten. Die Mittelzahlen beider 65 Tage giebt uns die durchschnitt
liche Aufenthaltsdauer einer Person mit Erkrankung der früheren Periode.
Ein unangenehmes Symptom beim Gebrauch des Quecksilbers ist das Eintre
ten einet Stomatitis, unangenehm insofern dieselbe die Unterbrechung der Cur, bis
zum Schwinden der Stomatitis erheischt; es gehen für die Anwendung des Quecksil-
bets die läge, an welchen Stomatitis vorhanden, verloren und dauert die Cur um so
länger. Es wird daher, wie schon oben angedeutet, die Stomatitis möglichst lange
zu verhindern gesucht. Reinlichkeit des Mundes ist jedoch nicht der einzige Umstand,
der Einfluss hat auf das frühere oder spätere Erscheinen der Stomatitis, vielmehr
sind manche Umstände dabei in Betracht zu ziehen; die Würdigung jedes einzelnen
unterliegt jedoch verschiedenen Schwierigkeiten. Zuerst möchte es mir scheinen, als
wenn die gute Ernährung, welche den Patienten hier im Hospital zu Theil wird, dm
Stomatitis, wenn auch nicht ganz zu verhindern, so doch später und weniger intensiv
auftreten zu machen im Stande ist. Es ist die Stomatitis nach Quecksilbergebrauch
ja nur ein Symptom aus dein Complex der Erscheinungen, die sich einstellen nach
dem Gebrauche dieses Mittels, ebenso wie Schnupfen, Kopfschmerz und Acne nach
Jodgebrauch ein Symptom der Einverleibung in den Organismus ist, ohne jedoch
einen Maassstab a zugeben für die Intensität der Heilwirkung für diese oder jene
Krankheit. Scheint es nicht wahrscheinlich, dass ein Organismus, der stets hinrei
chende Nahrungszufuhr erhält, länger im Stande ist, ohne sichtbare Einwirkung ein
Mittel zu vertragen, das, wie das Quecksilber bei lange fortgesetztem Gebrauche, selbst
Cachexie erzeugt, als ein solcher, dem kaum die nothwendigste Nahrung zugeführt
wird. Ferner scheinen die Witterungs- und Temperaturverhältnisse von Einfluss zu
sein, vielleicht nur dadurch, dass bei schlechtem Wetter, und besonders im Winter
die Fenster geschlossen bleiben, eine grössere Menge Quecksilberdämpfe im Zimmer
stets angehäuft bleiben und durch die Lungen ein zweiter, nicht unbedeutender Weg
zur Resorption eröffnet wird. Das Eintreten einer Stomatitis als ein unangenehmes
Symptom zu betrachten, wodurcK'die Curdauer verlängert wird, findet, durch die Zah-
TerT(ler folgenden Tabelle seine factische Begründung! Hiezu konnten leider nur
Kranke aus dem verflossenen Jahre 'verwendet werden, da in den früheren Jahren
keine Notizen über die Dauer einer etwa eingetretenen Stomatitis gemacht worden
sind; die Zahl ist daher nur eine relativ geringe, obwohl Männer und Weiber, die
wegen eines Ulcus durum oder Condylomata lata einer Schmiercur unterworfen und
geheilt entlassen wurden, ohne Unterschied darin aufgenommen worden sind.

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