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braucht, ohne das sich neue Erscheinungen eingefunden hätten, so ist der Kranke als
genesen anzusehen.
Bei Condylomata lata, sowie bei dem Ulcus durum genügt eine solche Art
der Anwendung des Quecksilbers nicht; vielmehr muss mit diesem Mittel nach
der Ansicht des Herrn Prof. Bartels fortgefahren werden, bis die Drüsen
a bg e sch wollen sind. „Zahlen beweisen“ ist ein altes Sprichwort und so will ich
als Beweis für die Richtigkeit dieser Ansicht des Herrn Prof. Bartels nur auf die Er
folge, die derselbe, von obigem Princip geleitet, bei der Behandlung der Syphilis er-
Zl elte, hinweisen; — massgebend ist hier also die Zahl der Recidive.
Sei es mir jedoch noch vorher gestattet, Einiges über die Brauchbarkeit der
.folgenden Zahlen zu sagen. Es ist zur Genüge bekannt, wie besonders Geschlechts
kranke von einem Arzte zum anderen gehen, nicht allein, wenn sie nach ihrer Mei
nung nicht schnell genug geheilt werden, sondern besonders, wenn sich neue Symp
tome der Syphilis bei ihnen einstellen. Ganz besonders trifft dies das männliche Ge
schlecht; es ist daher bei der folgenden Zusammenstellung der hierselbst an Syphilis
Gehandelten das männliche Geschlecht unberücksicht gelassen, soweit es galr, die Häufig-’
keit der Recidive zu ermitteln. Die hieselbst an Syphilis behandelten Frauenzimmer
dagegen sind fast nur Dienstmädchen aus der Stadt oder aus der Umgegend derselben,
die auf Commünekosten hieselbst verpflegt werden und fast ohne Ausnahme wieder
bieher gesandt werden, so bald sich bei ihnen von Neuem eine Erkrankung einstellt.
Ger Zeitraum, aus dem folgende Kranke genommen sind, beträgt 6 Jahre und zwar
lst mit dem Jahre 67 abgeschlossen in der Weise, dass die etwa seit der Zeit wieder
aufgenommenen Recidive mit berücksichtigt sind. Ueber alle hier in Betracht ge-
z °genen Kranken liegen genau geführte Krankengeschichten vor, besonders ist bei
jedem Falle notirt, dass er bei seiner Entlassung als genesen angesehen worden ist,
111 specie, dass die Drüsen abgeschwollen waren. Wo diese Bemerkung unterblieben,
^as namentlich in den ersten 3 Jahren häufiger der Fall ist, hat die Kranke unberück
sichtigt bleiben müssen; es können daher aus folgenden Zahlen keine Schlüsse auf
während obiger Zeit im Ganzen behandelten Kranken gezogen werden.
Als geheilt entlassen wurden 92 Weiber, die mit verschiedenen Formen der
Syphilis behaftet gewesen waren; 16 Personen wurden von denselben zu verschiede-
■^falen von Recidiven befallen.
Die verschiedenen Formen der syphilitischen Erkrankungen vertheilten sich
bei diesen 92 Weibern in folgender Weise:
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