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4mal nur den linken Arm,
lmal nur den rechten Arm v. d. Kr. ergriffen.
Der Veitstanz befällt Subjecte jeglicher Constitution, jeden Temperament’s,
mit Vorliebe jedoch schlecht Genährte und Schwächliche. So sah Rufz unter 18 Fällen,
15 Kranke mager, bleich u. schwach und Welster 18 ) behauptet, dass die Krankheit
vorzugsweise in den Fabrikstädten Englands u. bei Armen Vorkommen, während die
mittlere und vornehme Klasse beinahe ganz verschont bliebe.
Erblichkeit ist jedenfalls selten, Yong, Mayo, Stiebei erwähnen einzelner Fälle
und Detharding berichtet in seiner Dissertation, dass ein Bruder mit zwei Schwestern
und drei Brüder nach einander vom Veitstänze befallen wurden.
IV. Aetiologie.
Von englischen Aerzten ist vielfach die Chorea in Zusammenhang gebracht
worden mit dem Rheumatismus. Schon 1802 ist in dem Essays of practical Medizine
of Guy’s Hospital Rheumatismus als Ursache des Veitstanzes angeführt und 1820 in
derselben Sammlung erwähnt, dass bisweilen Chorea mit dem acuten Gelenkrheumatis
mus abwechsele. Auch J. Copland theilt im 15. B. des London medical Repository 19 )
einen derartigen Fall mit, wo sich bei der Section Erguss im Herzbeutel und deutliche
Ablagerung im Rückenmarke vorfand; er sah daher den Veitstanz als eine Metastase
des Rheumatismus an oder als ein Uebergang des Rheumatismus auf das Rückenmark.
„Ich habe, sagt Copland, den mit Rheumatismus verbundenen Veitstanz mehrmals
beobachtet und in fast allen Fällen hatte der Rheumatismus eine grosse Neigung die
Gelenke oder die Gliedmassen zu verlassen, um sich auf die innern serösen Häme zu
werfen und besonders auf die Häute des Rückenmarks und den Herzbeutel.“ Andere
wie Bright, Badington, Hughes 20 ) betrachten die durch Rheumatismus hervorgerufene
Peri und Endokarditis als eine Ursache der spasmodischen Neurose. Am weitesten
aber geht in neuerer Zeit Dr. H. Roger zu Paris, der die rheumatische Diathese als
den gemeinsamen Ursprung der nach seiner Meinung nur anscheinend verschiedenen
pathologischen Zuständen — Chorea, Peri-Endokarditis — darzustellen sucht. Der
Gelenkrheumatismus, Veitstanz und die Endo und Perikarditis sind nach ihm Glieder
eines und desselben pathologischen Zustandes, nämlich der rheumatischen Diathese
und will er daher auch nosologisch die Chorea nicht unter die Neurosen, sondern
unter „Rheumatismus“ versetzen. „Pie Geschichte des Rheumatismus bei Kindern
1S ) Hufeland’s Journal 1841, Juni, pag. 95.
,# ) J. Copland, London, medical Repository, L. 15.
20 ) Guy’s Hospital Reports 1841 u. 1846.

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