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Adhäsionen werden dann ebenfalls nach der angegebenen Methode getrennt und die
Cyste jetzt aus dem Bauchraum sanft herausgelassen und von einem Assistenten
gehalten; ein anderer Assistent verhütet durch Druck auf den Bauch einen Prolapsus
der Gedärme. Die Beschaffenheit des Stieles bestimmt nun das weitere Verfahren.
Ist er lang genug, so bedient man sich des Clamps von Baker Brown. Dieser ist
eine Modification des von Hutchinson zuerst construirten; Hutchinson hat denselben
185S 27./1, zuerst angewandt, und fand bereits in nächster Zeit überall die eifrigsten Nach
ahmer in England. Ist der Stiel jedoch zu kurz, so wird die von Köberle *) empfohlene
Methode befolgt, die in der Anwendung der sogenannten Constricteurs besteht, welche den
Stiel im untern Wundwinkel oder Bauchhöhle fixiren. Der Tumor wird darauf mit einem
Messer abgetragen, die Wundfläche mit reinen Schwämmen ausgetupft, und sorgfältig
darauf geachtet, ob die Blutungen stehen. Die etwa noch blutenden Stellen werden
mit dem schon vorhin erwähnten konischen Eisen leise und langsam cauterisirt, um
eine allmählige Gewinnung herbeizuführen.
Sind die Blutungen nicht durch Ferrum calidum zu stillen, so werden Liga
turen angelegt, und dieselben in das Cavum Peritonaei mit eingehäht. Der Stiel mit
dem Clamp wird in den untersten Wundwinkel gelagert, und die Bauchwunde mit
Durchstechung des Peritonäums durch Silberdrähte mit einander vereinigt. Die Zahl
der Silberdrähte ist abhängig von der Länge des Einschnittes: 4—5 ist die gewöhn
liche Anzahl. Sodann wird alles sauber und sorgfältig gereinigt, die Bauchwunde mit
einem Stücke feiner Leinewand, mit Carbolsäure-Oel getränkt, bedeckt; es wird Watte
darauf gelegt und mit Flanellbinden befestigt. Die Operirte wird dann in ein er
wärmtes Bett gebracht und sorgfältig zugedeckt. An die Beine werden warme Kruken
gelegt. Die Nachbehandlung ist etwa kurz folgende: Gleich nach der Operation wird
eine subcutane Injection von Morphium gemacht, die wiederholt wird bei heftigen Schmerz
anfällen; mitunter werden auch Suppositoria 2 ) eingelegt. Der Urin wird mit dem Catheter
entleert, die grösste Ruhe und Reinlichkeit im Zimmer wird beobachtet, In den ersten
Tagen dürfen die Kranken nichts essen, vielleicht einige Eispillen schlucken. Tritt
Erbrechen und Collapsus ein, so werden Eispillen gegeben, Reizmittel, wie Wein, Grog,
Champagner; ferner Morphiuminjectionen und Opiumtinctur.
Die Clamps werden je nach der Beschaffenheit des Stiels entfernt, Die Drähte
liegen im Allgemeinen 8—12 Tage.
Sobald etwa üble Erscheinungen auftreten, wird sorgfältig auf die Beschaffen
heit der Scheide geachtet, ob etwa im Douglasischen Raum sich Flüssigkeit ansainnieR
>) Köberle, De l’ovariotomie.
2 ) aus 0,o6 Opium und Batyr Cacao 2,o bestehend.

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