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der ganzen Operation in ihrer Lage zu erhalten vermocht, sondern die Adhärenzen
lösten sich, sobald die Bauchdeeken nach Entleerung von Flüssigkeiten collabirten.
Der Grund dieser Mangelhaftigkeit ist wahrscheinlich in der Dicke und Steifigkeit
der Decke zu suchen; es ist deshalb eine neue direkt aus London, wie sie von Spen
cer Wells gebraucht werden, verschrieben worden.
Sobald nun die Patientin hinreichend tief chloroformirt ist, wird in der Rücken
lage unterhalb des Nabels in der Linea alba ein seichter Einschnitt gemacht, etwa
von 2—4 Zoll Länge, der später verlängert wird, sobald die Operation es erheischt.
Durch wiederholte seichte Einschnitte wird das Peritoänum blos gelegt; die etwa
hierbei entstandenen Blutungen werden durch Compression, Torsion oder Ligaturen
gestillt, ehe man sich an das Peritonäum wagt. Das Peritonäum wird darauf durch
schnitten und geöffnet; die kleine Schnittöffnung wird auf einer Hohlsonde vergrössert.
Ist Ascites da, so wird erst die Flüssigkeit abgelassen, die vorhandenen Adhäsionen
’werden theils mit der Sonde, theils mit dem Finger getrennt. Nachdem dann die
Cyste durch den Assistenten gespannt ist, wird das Spencer Wells-sche Troicart ein-
gestossen, und die Flüssigkeit durch eine daran befestigte Kaout-schoukröhre in einen
Reren Eimer gelassen. Obgleich dieser Troicart seinem Erfinder bereits alle Ehre
toacht, so hat er doch zugleich auch seine Mängel, weil er beim Erschlaffen der
Cystenwand leicht Serum neben sich vorbei in die Bauchhöhle fliessen lässt, Nelaton
und Köberle haben besondere Instrumente construirt. Herr Geh. Med. R. Esmarch
hat zwei gezähnte Klappen an die Canäle angebracht, die nach Verschluss mittelst
einer Schraube die Cystenwand fest an die Canäle drücken, so dass keine Flüssigkeit
v orbeifliessen kann. Die Verbesserung hat sich während der letzten Operation sehr be
währt, Nach Entleerung der Flüssigkeit wird die Cyste jetzt hervorgezogen und ver
sucht man, die Adhäsionen zu trennen Wo die Hand und Finger nicht ausreichen,
^ird das von John Clay x ) angegebene Verfahren angewandt.
Ein längliches dünnes Stück Holz, das in der Mitte einen Falz trägt, wird
Unter die adhärirende Stelle geschoben, und die Adhäsionen mit einem konisch
geformten Eisenkolben, der eben schwach glühend ist, langsam durchgetrennt, gewisser-
Uiassen „abgekocht.“ Gelingt es auf diese Art nicht, alle Adhäsionen zu trennen, so
Werden die bandartigen Streifen unterbunden und durchschnitten. Die Ligaturen wer
den in der Bauchhöhle zurückgelassen.
Etwas complicirter wird das Verfahren, wenn man eine multiloculäre Cyste
v °r sich hat. Sind mehrere grosse Cysten da, so werden' sie einzeln mit dem Sp. W.
Troicart entleert Ist jedoch der Cysteninhalt colloider Natur, so dass die Punction
v °n keinem Erfolg ist, so wird eine grosse Incission gemacht, und die dickflüssige
Masse mit Händen und Porcellan-Löffeln herausgeschöpft. Die etwa vorhandenen
*) N Dutoit, Nr. 171 c. Tabelle A. 1 d.

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