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und das Nöthige dazu vorbereitet. Gewöhnlich wird der Tag in die Mitte zweier
Menstruationsperioden gelegt.
Das Rectum der Kranken wird am Morgen du^ch ein Lavement (Clay und
Baker Brown empfehlen Ochsengalle) gereinigt. Um dem Erbrechen während der
Chloroformnarkose vorzubeugen, wird der Patientin mehrere Stunden vor der Opera
tion alles Essen untersagt, sie bekommt nur Eispillen ; ebenfalls eine Vorschrift von
Baker Brown.
Kurz vor der Operation muss die Patientin uriniren, oder wenn dies mit
Schwierigkeiten verknüft ist, wird der Harn mit dem Catheder abgelassen. Es wird
dann die Patientin mit warmem Unterzeug bekleidet, bestehend in grossen wollenen
Strümpfen, und einer Unterjacke. Auch dieses ist eine Empfehlung von den Eng
ländern, namentlich von Baker Brown; es soll dadurch womöglich eine Erkältung
abgehalten werden. Zu diesem Zwecke wird auch das für die Kranke hergestellte
Zimmer bis auf circa 19—20° R. erwärmt. Durch fleissiges Oeffnen von Fenster und
Thüren ist vorher für frische und gesunde atmosphärische Luft gesorgt. Ja es wird,
wo möglich, ein ganz neu geweisstes und gestrichenes Zimmer genommen. Leider
erlaubt jedoch der beschränkte Raum auf dem Hospital nicht immer ein oder zwei
Zimmer in Reserve zu haben.
Es dürfen nur 8—9 Personen, Assistenten incl., der Operation mit beiwohnen,
diese werden gebeten, wo möglich reine Wäsche anzulegen, und sämmtliche Kleidung 9 '
stücke, die vielleicht mit Eiter oder anderen Infectionsstoffen behaftet sein könnten,
auszuziehen. Statt dessen werden weisse leinene Kittel, die jedesmal für eine Opera
ration neu gewaschen sind, übergezogen.
Niemand wird der Zutritt erlaubt, der in den letzten Tagen sieh im Sections-
Haus oder Anatomie längere Zeit beschäftigt hat.
Nachdem nun mehrere leere Eimer, warmes Wasser, neue frische Schwämme,
die nöthigen Instrumente etc. in das Operationszimmer geschafft sind, wird an die
Operation gegangen.
Die Kranke wird auf den Operationstisch, der ebenfalls dahin gebracht ist,
gelegt, und mit der sogenannten Spencer Well’s Schürze überdeckt. Diese ist eine
2 Ellen lange und IV2 Ellen breite Decke, deren eine Seite mit einer Kaoutschouk-
masse überzogen ist. ln ihr befindet sich ein ovaler Ausschnitt, der die Bauchge
schwulst frei hindurch treten lässt, so dass man das Operationsfeld vollkommen über
sehen kann. Rings um den genannten ovalen Ausschnitt befindet sich auf der inneren
Seite, also dem Abdomen zugekehrten Fläche, ein Streifen einer gut klebenden Sub
stanz, mittelst dessen die Decke auf dem Leibe befestigt wird. Die Decke ist dazu
bestimmt, die Kleidung der Patientin, sowie den Operationstisch vor der Durchnässung
der abfiiessenden Flüssigkeit zu schützen. Die verschiedensten Arten von klebenden
Substanzen haben bisher jedoch noch nicht ein einziges Mal die Schürze während

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