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mit gleichem Erfolg in seinem „Samaritan-Hospital“ wie in den Privat-Häusern ope
rirt. Die Mortalität beläuft, sich durchschnittlich auf 28 %. Fast ebenso glücklich
operirt Dr. Keith in Edinburgh in seinem kleinen Privat-Hospital. Aehnliche Resul
tate haben andere Chirurgen Englands, die in Privat-Häusern operiren.
Vergleichungsweise hat dagegen „Medical Times and Gazette“ Febr. 1868 eine
kurze Uebersicht von dem Verlaufe der in den grösseren Hospitälern bis zum Novbr.
1866 ausgeführten Ovariotomieen gegeben. Darnach folgende Tabelle.
Hospital
St. Bartholomew
Middlesex
King College
St. George’s
University
Total
Cases
12
8
7
7
5
39
Reco
veries
4
1
1
2
1
Deaths
8
7
6
5
4
9
30
Mortality
per Cent
66,67
87,50
85,71
71,43
80,00
76,02
Authoritty
Mr. Willett
Dr. Hall Davis
Dr. Priestley
Dr. R. Lee
Mr. Erichsen
* Es scheint demnach wohl überlegt werden zu müssen, ob es überhaupt noch
2u rechtfertigen ist, dass eine Ovariotomie in eiijern grossen Hospital gemacht wird.
Wie weit die Ovariotomie in Amerika mit Erfolge getrieben ist, lässt sich
schwer feststellen. Aus den beiden Statistiken nach Dutoit ergiebt sich nur eins,
nämlich die grosse Leichtfertigkeit in der Auswahl der Fälle, indem in mehr als dem
vierten Theil derselben eine falsche Diagnose gestellt war.
Weniger leicht als in England hat die Ovariotomie in Deutschland sich Bahn
gebrochen. Ja auch jetzt noch sind die Gegner derselben fast ebenso zahlreich als
die Vertheidiger. Dutoit konnte Ende October 1863 erst die verhältnissmässig geringe
Zahl von 74 Fällen zusammenstellen. Ihm scheinen jedoch mehrere Ovariotomieen
entgangen zu sein; so z. B. die von Esmarch, Wagner, Thiersch.
Von dem eigentlichen Entwickelungsgange, den die Ovariotomie hier durch
laufen hat, lässt sich schwer Rechenschaft geben, da nur hier und da einzelne Fälle
aus der Litteratur auftauchen. Die erste Operation soll von Chrysmar 1819 ausge
führt sein, und zwar mit tödlichem Ausgange. Dann kommen einzelne Fälle von
Kiwisch, Quittenbaum, Dieffenbach, Bühring, jedoch fast alle mit unglücklichen Re
sultaten. Später hat v. Langenbeck häufig operirt, jedoch meines Wissens nur 2 mit
glücklichem Erfolge. Auch die im letzten Winter operirte Ovarien-Kranke, bei der
aus anamnestischen Gründen eine Ovariencyste ausgeschlossen wurde, starb etwa 4
läge nach der Operation.

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