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eingedickt sich mit Wasser ohne jegliche Trübung mischte. Möglich wäre es aller
dings, dass ein Theil der gefundenen freien Fettsäuren, die, wie ich oben erwähnte,
äls durch Zersetzung der Lecithin entstanden glaubte, durch Zerlegung fettsaurer
Alkalien gebildet wären, wozu allerdings das ziemlich lange Stehen des Alkohol-
extract’s, den ich schnell zu bearbeiten durch in den Weg tretende Verhältnisse
verhindert war, eine günstige Gelegenheit bot.
Sei dem wie ihm wolle, sicher sind nur äusserst geringe Mengen fettsaurer
Alkalien vorhanden gewes®!». 1 " 1 '''''''’^ 91 'b nti naetiaH .'torTirmM'jtrntaJ i
Wie angegeben, fanden sich geringe Mengen flüchtiger Fettsäuren. Man
höhnte dieselbe als durch Fäuiniss entstanden anseheri, da hin Und wieder die ver
wandte Lymphe, allerdings in unbedeutendem Masse, einen fauligen Geruch annahm;
andererseits will man ja freilich auch flüchtige Fettsäuren an Alkalien gebunden im
Blute nachgewiesen haben.
Der geringe Gehalt an Verbindungen von Alkalien mit organischen Säuren
ist insofern werthvoll für unsre früheren Analysen, als dadurch deren Resultate über den
bedeutenden Gehalt der Lymphe an kohlensauren Alkalien nicht beeinträchtigt wird.
Ueber die Extractivstoffe kann ich mit wenigen Worten hinweggehen.
Gefunden wurde nur Harnstoff, den ja schon Wurtz mehrfach in thierischer
Lymphe und dem Chylus nachgewiesen hat und zwar in grössern Mengen wie in
ünserm Fall. Wurtz fand in der Halslymphe einer Kuh 0,213 pr. Ct.
Ausserdem wurde noch, in schwer zu schätzender Menge, da nur ein Theil
des Alkoholrückstandes verwandt werden konnte, Leucin gefunden, während sein
treuer Begleiter, das Tyrosin, fehlte, was insofern mit den Untersuchungen von Fre-
richs und Städeler übereinstimmt, als dieselben in den Lymphdrüsen ebenfalls nur
Leucin fanden. Zu entscheiden, ob das Leucin etwa als Zersetzungsproduct aus
Eiweisskörpern aufzufassen ist, wage ich nicht zu entscheiden.
Man hätte vermuthen sollen, dass sich noch andere Körper der regressiven
StofFinetamorphose vorgefunden hätten; doch dürfte auch hier der Marasmus unsres
Lymphelieferanten zu berücksichtigen sein
Namentlich hätte man vermuthen sollen, Kreatin zu finden, welches doch im
Blute entschieden nachgewiesen ist. Gorup macht mit Recht darauf aufmerksam, dass
Leucin und Tyrosin einerseits und Krealin andrerseits sich im Organismus aus-
Sc hfiessen. Nach Obigem finden wir dies für die Lymphe also ebenfalls bestätigt.
Nachgewiesen sind nach vorliegender Untersuchung in der Lymphe an Fetten
Un d Extractivstoffen:
Oleinsäure, Pamitinsäure und Stearinsäure — Glyoerid, Seifen derselben Fett
säuren? Cholesterin, Lecithin, flüchtige Fettsäuren (Buttersäure?) an Alkalien gebun-
^ e n, Harnstoff, Leucin.
Erneute Untersuchungen sind hier wie überhaupt über die Lymphe nöthig.

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