12
W as nun das Cholesterin betrifft, so ist die relativ grosse Menge, welche
sich fand, namentlich irn Verhältniss zum Lecithin und den eigentlichen Fetten, aller
dings wenig erklärlich.
Besonders auffallend erscheint mir das Auftreten der Hauptmenge im Alkohol-
extraet, da das Cholesterin doch leicht durch Aether ausgezogen wird. Man könnte
mir den Vorwurf der ungenügenden Extraction des Lymphrückstandes durch Aether
machen, ich glaube denselben zurückweisen zu dürfen.
Könnte es nicht als berechtigt erscheinen, die Frage aufzuwerfen: 1st überall
im Körper das Cholesterin als solches vorhanden?
Aus dem doch sehr wahrscheinlichen Gehalt der Lymphkörperchen an Chole
sterin dürfte die Menge sich nicht erklären lassen und im Verhältnisse zu den eigent
lichen Fetten, von denen die Seifen wohl für das Serum in Anspruch zu nehmen
sind, die in dem vorliegenden Fall jedenfalls nur, wenn überall in äussert geringer
Menge vorhanden waren, spräche dieser Befund gegen Hoppe’s Resultate, die er
aus seinen quantitativen Untersuchungen über den Fettgehalt des Blutserums (bei
Vögeln angestellt) zieht, könnte man überall Lymphe und Blut direct miteinander
vergleichen.
Der Gehalt des Blutserums an Cholesterin hebt sieh nach Hoppe, wenn das
Serum reich an Fetten ist und fällt dagegen, wenn es daran arm und ferner zeigte
er, dass im Blutserum eine grosse Quantität verseifbarer Fette neben Protagon (Le-
cithin) und Cholesterin sich finde.
Wir kennen die bedingenden Momente noch zu wenig und eingehendere Unter
suchungen sind au zustellen, um über diese Punkte entscheiden zu können.
Für die Lymphe konnnen zweifelsohne andere Verhältnisse in Betracht wie
für das Blut, wie es auch namentlich aus den Resultate* über den Gehalt an den
verschiedenen Salzen denen des Bluts gegenüber hervorgeht, dass die Lymphe nicht
als blosser ßluttransudat aufzufassen ist. (Idensen 1. c.)
Die qualitative Zusammensetzung der Neutralfette war die, wie sie überall im
thierischen Organismus sich vorfindet und zwar wie auch sonst in den Flüssigkeiten
des Organismus so auch hier in der Lymphe überwog der Gehalt an Olein dem an
Palmatin und Stearin.
Auffallend muss es erscheinen, das bei der Untersuchung gar keine eigentliche
Seifen gefunden wurden, wie sie doch von C. Schmidt in der Pferdelymphe angegeben
sind. Aus der vorliegenden Untersuchung geht nicht hervor, dass ich den Alkohol-
extract auf dieselben untersucht habe.
Ich unterliess dies, weil ich die Anwesenheit auch nur irgendwie erheblicher
Spuren fettsaurer Alkalien ausschliessen durfte, da der Alkoholextract aufs äusserste
M r'l
*) Hoppe med. ehern. Untersuch. Heft 1 pag 145.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.