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von einem sehr mageren Individuum gewonnen wurde, namentlich hatte auch die
Haut des Beines, aus welchem die Lymphe ausfloss, ihr Fett verloren, so dass, da
(Hensen 1. c.) ein Theil des Fettgehalts der Lymphe doch wohl auf den Umsatz des
Fettgewebes zurückzuführen ist, dieser Umstand nicht befremden kann.
Andrerseits ist aber auch aus den bisherigen Analysen nicht ersichtlich, was
als Fett berechnet worden ist. Ist es nur der Aetherextract oder sind die Seifen
ünd der nicht durch Aether extrahirte Theil des Fettes, der sich wohl noch stets im
Alkoholextract finden dürfte, eingerechnet?
Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass es nicht so leicht zu erreichen sein
wird, durch Aether, selbst bei Anwendung grosser Mengen, vollständig zu extrahiren.
In dem vorliegenden Fall stellt sich der Fettgehalt auch bei weitem höher,
wenn ich die in dem Alkoholextract noch in der grossem Menge enthaltenen Körper
Cholesterin und Lecithin, die zum bei weitem kleinern Theil im Aetherextract vor
handen waren, hinzurechnen kann.
Jedenfalls kann man sagen, dass die verschiedenen Analysen noch lange nicht
eingehend genug sind, um immer zu entscheiden, wie viel von dieser oder jener
Gruppe chemischer Verbindungen in einem Organ oder einer thierischen Flüssigkeit
Vorhanden, denn unsre Bestimmungsmethoden erweisen sich als durchaus unzu
reichend. .11 ii : . :
Bisher nahm man stets an, dass Aether und Alkohol Agentien seien, die
Spaltungen hervorzurufen nicht im Stande wären.
Hoppe *) hat uns nun erst kürzlich gezeigt, dass Alkohol die Fähigkeit besitzt,
hem Vitellin einen Bestandtheil des Lecithin zu entziehen. Hoppe erscheint es nicht
Unwahrscheinlich, dass auch im Blute und den übrigen Organen und Flüssigkeiten das
Lecithin mit vetellinartigen Körpern verbunden sei.
Wäre es dann auch nicht in unserrn Falle wahrscheinlich, dass durch Einwir
kung des Alkohols eine Zersetzung eingetreten und das gefundene Lecithin abgespal-
te n wäre? Die offenbar geringe Menge Lecithin, welche gefunden wurde, steht, wie
ich vermuthe, mit dem geringen Gehalt der untersuchten Lymphe an Lymphkörper-
c hen in Zusammenhang. Als Bestandtheil dieser haben wir das Lecithin vermuthlich
a uzusehen, wie Hoppe dasselbe contra Herrmann als Bestandtheil der Blutkörperchen
Neuerdings an Stelle des wahrscheinlich nicht in denselben existirenden Protagon’s
bezeichnet. Hensen sprach in der oben citirten Arbeit die Ansicht aus, dass in dieser
Lymphe keine Substanzen vorhanden seien, die auf Protagon deuteten.
Jetzt nach Auffindung des Lecittun könnte man versucht werden, einen ver-
bältnissmässig grossen Theil des P 0 5 -Gehalt, der sich in der Asche fand, er betrug
1,09 Procent, auf das Lecithin zurückzuführen.
*) Hoppe med, chem. Untersuchungen Heft 2 pag. 218.

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