8
Durch Platinchlorid wurde es aus der alkoholischen Lösung blassgelblich in
Flocken gefällt.“
Die noch immer ein ziemliches Volum einnehmende alkoholische Lösung wurde
jetzt bei einer Temperatur von 40o C. auf dem Wasserbade weiter eingedampft bis
dieselbe Syrupsconsistenz annahm ohne dass erystallinische Ausscheidungen entstanden,
ausser minimalen Mengen der bekannten Quadratoetaeder des. Chlornatriums, die in
den Alkoholextract 'übergegangen waren.
Diese Masse wurde nun wiederum mit Aether behandelt. Nach einiger Zeit
schied sich an der Berührungsfläche von Aether und Extract eine Schicht weisslich
crystalhnischer Masse aus, die unter dem Mikroskop sich aus krystallinischen Kugeln
von radinärer Streifung bestehend erwies. Leider war die Menge unbedeutend, doch
gelang es, einen Theil derselben zu gewinnen. Dieser zeigte wiederum P 0 5 -gehalt,
Quellen in Wasser, Bildung von Myelinformen und Fällung durch CI Na, so dass ich
unzweifelhaft auch hier noch Lecithin vor mir hatte.
Die klar abgegosaene Aetherschicht reagirte sauer. Beim Verdunsten blieb ein
theilweise crystallinischer, hauptsächlich aber ölige Tropfen bildender Rückstand.
Dieser mit essigsaurem Blei behandelt gab eine Bleiseife, deren einer Theil
in Aether löslich war; dennoch schien die Fettsäure dieser Bleiseife nicht Oelsäure,
denn nach deren Zerlegung durch Salzsäure, Extraction mit Aether, Abgiessen und
Verdunsten desselben krystallisirte die ganze Masse, die sich schwer in Alkohol löste.
Die Fettsäuren der in Aether unlöslichen Bleiseife erwiesen sich wiederum als
Gemisch von Palmitin- und Stearin-Säure. Ist es nicht wahrscheinlich, dass ein Theil
dieser Fettsäuren, die doch unstreitig ein Zersetzungsproduct sind als aus dem Leci
thin entstanden zu denken, wie wir ja denn auch wissen, dass bei der künstlichen
Zersetzung des Protagun’s eben diese Fettsäuren auftreten. Wie ich grade jetzt aus
einer vorläufigen Mittheilung ersehe, ist dieses Verhalten in Bezug auf die Oelsäure
von Diakonow für das Lecithin ebenfalls nachgewiesen worden.
Erwähnen will ich nur noch, dass sich in der ätherischen Lösung des Alkohol-
extractes auch etwas Cholesterin fand.
Der nun restirende Rückstand wurde in einzelnen Portionen zur Untersuchung
auf die eigentlichen Extraotivstoffe verwandt.
Leider besitzen wir ja immer noch keine irgendwie verwendbare Methode zum
systematischen Nachweis jener „leidigen Extractivstoffe“. Es ist dies um so mehr
ein Uebelstand weil man gezwungen ist, stets einzelne Portionen des Untersuchung«*
objectes zum Nachweis der einzelnen Körper zu verwenden, wodurch natürlich eine
enge Material verloren geht. Von den in Alkohol schwer löslichen Körpern, wie
reatm, Inosit, Sarkin, Xanthin, konnte abgesehen werden, da diese bei dem vorhandenen
Doncentrationsgrade des Rückstandes wohl auscrystallisirt wären.
Es wurde daher:

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.