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die Baiytverbindung wiederum mit Salzsäure behandelt und mit Wasser gut aus
gewaschen.
Mit dem restirenden Säuregemisch wurde alsdann zur Prüfung seines Schmelz
punktes nach Hoppe’s Angabe eine Thermometerkugel umgeben und in einem Kolben
mit Wasser auf dem Wasserbade erwärmt. Nach mehrfachen Beobachtungen schien
der Schmelzpunkt bei 55 und 56° C. zu liegen. Leider stand mir kein in zehntel
Grade getheiltes Thermometer zu Gebote, so. dass die Beobachtung erschwert war.
Wenn ich demnach auch nichts mit Bestimmtheit über die Zusammensetzung
des Säuregemisches aussagen kann, so ergiebt sich doch jedenfalls daraus, dass ich
eben ein Gemisch von Palmitin- und Stearin-Säure vor mir hatte, da der
Schmelzpunkt der Palmitinsäure bei 62°, der der Stearinsäure bei 69° liegt.
II. wurde nach geschehener Aetherextraction der Lymphrückstand mit absolu
tem Alkohol längere Zeit digerirt und schliesslich nochmals mit erwärmten Weingeist
extrahirt.
Die gemischten alkoholischen Lösungen wurden in flachen Gefässen der freien
Verdunstung ausgesetzt.
Es schied sich allmälig aus dieser gelblichen alkalisch reagirenden Flüssig
keit eine krystallinische Masse von mikroskopisch feinen seidenglänzenden Nadeln aus.
Dieselben zeigten sich wiederum in Aether löslich, ebenso wie sie von heissem Wasser
in Lösung gebracht wurden.
Bei der Verdunstung der ätherischen Lösung schied sich die Masse in meist
gebogenen nadelförmigen Crystallen aus, untermischt mit vielen Öligen Tropfen, die
die prächtigsten Myelinformen bildeten.
Beim Stehen an der Luft nahm diese Masse bald saure Reaction an.
Die wässrige Lösung wurde durch starke Chlornatrium-Lösung schwach ge
trübt. Die Masse zeigte ferner Stickstoffgehalt und gab beim Verbrennen mit sal
petersaurem Kali = Natron Phosphorsäure.
Es musste mir aus dem Erwähnten die Gegenwart eines Lecithin ähnlichen Kör
klar werden. Eine quantitative Bestimmung gab mir jedoch einen so geringen P O 5 -
Gehalt, dass ich mir sagen musste, der Körper könne in reiner Gestalt nicht vor-
liegen.
Mein hochvererehrter Lehrer Prof. Hoppe in Tübingen, dem ich einen Theil
der Masse zuschickte, hatte die Freundlichkeit, denselben zu untersuchen und gewann
daraus „nach Kochen mit Kalilauge reines Cholesterin, wie die abfiltrirte alkoholische
Lösung bei dem Concentriren noch mehr davon absetzte. Im Verdampfungsrückstand
war Lecithin durch Extraction mit Aether, stärkeartiges Quellen nach Verdunsten
des Aethers, P 0 5 -Gehalt und Myelinformen unzweifelhaft nachweisbar und fast gar
n icht zersetzt.

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