Im Jahre 1866 wurden von Prof. Hensen und mir in Virchow’s Archiv unter dem
Titel „Zur Chemie der Lymphe“ und „Bemerkungen über die Lymphe“ die Resultate
einiger Analysen von menschlicher Lymphe veröffentlicht.
Die Angaben, welche wir damals machten, betrafen hauptsächlich die quanti
tativen Verhältnisse der Salze, in zweiter Linie die der Eiweissstoffe und nur in all
gemeinen Daten den Gehalt der Lymphe an Fett und Extractivstoffen.
Was nun diese Angaben, sowie die Untersuchungsmethoden um die Gewin
nung der Lymphe betrifft, so kann ich dieselbe hier füglich unerwähnt lassen, indem
ich auf die oben citirten Arbeiten verweise. Bemerken will ich hier nur, dass da
mals die erhaltene Lymphe bei einer Temperatur von 40° C. zur Trockne verdampft,
die einzelnen Rückstände gemischt und getrocknet aufbewahrt wurden.
Dieser Lymphrückstand, circa 500 grm., dessen quantitative Zusammensetzung
in der erwähnten Arbeit specificirt angegeben ist, wurde von mir Anfang dieses
Jahres wiederum in Arbeit genommen, um eine genauere Anschauung der in der
Lymphe enthaltenen Fette und Extractivstoffe zu gewinnen.
Es sei mir gestattet, in kurzen Zügen den Gang meiner Untersuchung wieder
zu geben. Was die Fette betrifft, so musste von vorne herein die nähere Bestimmung
derselben als wenig lohnend erscheinen, da der ganze Aetherextract aus 1000 Theilen
des Rückstandes 1,8 grm. betrug, da aber über dieselbe keine Angaben existiren, so
dürfte auch das Wenige von Interesse sein.
Der Lymphrückstand wurde:
I. zu wiederholten Malen mit beträchtlichen Mengen reinen Aethers behandelt
Und die vereinigten Auszüge vom der Hauptmasse des Aethers durch Destillation be
freit. Beim allmäligen Verdunsten der noch restirenden Aetherlösung schied sich ein
Lrystallgemenge aus, dessen Hauptmasse durch ihre nadelförmige Gestalt auf Chole
sterin schliessen Hessen, während ein anderer Theil jene früher als Magarin bezeich
nten crystallinischen Formen von Palmitin und Stearin zeigte.
Eine Probe dieses Rückstandes wurde getrocknet mit salpetersaurem Kali und
kohlensaurem Natron verbrannt. Die Lösung des zurückgebliebenen Salzgemisches
® B gab mit molybdänsaurem Ammon deutlich die Anwesenheit der Phosphorsäure,

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