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man sie zu früh sich begatten lässt. Weitere Angaben, die sich speciell auf diesen Punkt bezögen,
habe ich nicht auffinden können. Quetelet *), der über das W^chsthum im Allgemeinen manches
sehr schätzbare Material beibringt, hat leider auf den Einfluss der Schwangerschaft sehr wenig
Rücksicht genommen. Er sagt allerdings 2 ): La femme parvient au maximum de son poids plus
tard que 1 homme, und ferner: A partir de l’age de 19 ans environ le ddveloppement de son poids
est k peu pres stationnaire jusqu’ä l’dpoque, oti eile cesse de procreer. Aber durch die Daten
seiner Tabellen wird dieses keineswegs bewiesen; nach einer Tabelle z. B. (Bd. II. pag. 49) neh
men die Ilauen vom 18. bis zum 40. Jahr immer noch um 4,2 Kilogramm zu, während die Män
ner in der gleichen Zeit 5,8 Kilogramm gewinnen. Etwas beweisender ist eine Vergleichung zwi
schen den Tabellen auf pag. 45 und 46, nach welchen die Männer in derselben Zeit 7,6, die Frauen
8,5 Kilogramm Zunahmen. Leider sind aber nirgends die verheiratheten Frauen von den unver-
heiratheten getrennt, wiel weniger ist auf den Einfluss der einzelnen oder wiederholten Schwanger
schaften Rücksicht genommen. Uebrigens sagt Quetelet an einer andern Stelle 3 ) auch nur von der
Frau: pendant le temps de sa fdcondite, c’est ü dire entre 18 et 40 ans, son poids augmente d’une
inani&re peu sensible.
Es fällt mir natürlich nicht ein, zu behaupten, weil bei Meerschweinchen das Wachsthum
■wahrend der Schwangerschaft fortschreite, müsse dasselbe auch bei andern Thieren und beim Men
schen der Fall sein; jedenfalls ist man aber, so lange nicht genaue Untersuchungen darüber ange
stellt sind, berechtigt zu bezweifeln, dass es während der Schwangerschaft stillsteht. Bedenkt man,
dass bei Menschen das Wachsthum sehr häufig sprungweise erfolgt, dass bei manchen Menschen
Pausen von mehreren Jahren eintreten , in welchen durchaus kein Fortschreiten des Wachsthums
beobachtet wird, so leuchtet ein, dass man, falls auch häufig während der Schwangerschaft ein
Stillstand des Wachsthums beobachtet wird, doch noch keineswegs behaupten darf, dass die Schwan
gerschaft der Grund sei, wenn nicht die Zahl der Beobachtungen eine sehr grosse ist. Es wird
aber bei Menchen immer grosse Schwierigkeiten haben, über diese Verhältnisse Untersuchungen
anzustellen, die zahlreich und genau genug sind, um darauf sichere Schlüsse zu bauen und na
mentlich dürfte sich nicht häufig Gelegenheit bieten, Frauen vor und nach der Schwangerschaft zu
M ägen.
II- Einfluss des Wachsthums auf die Schwangerschaft
Da, wie wir gesehen haben, bei den Meerschweinchen das Wachsthum während der
Schwangerschaft fortschreitet, so ist es nach unserer oben gegebenen Deduction bereits wahr
scheinlich, dass das Gesammtgewicht der Jungen aus den in die Wachsthumsperiode hinein-
läilenden Schwangerschaften um ein Entsprechendes geringer sein wird als bei erwachsenen Thie
ren. In der Ihat wird diese Annahme durch unsere Beobachtungen auf das Schönste als richtig
erwiesen.
Ich lasse hier eine labelle (Tab. VI11.) folgen, auf welche ich schon mehrfach verwiesen
') Quetelet. Sur l’homme etc. Tome second.
2 ) a. a. O. pag. 51.
*) a. a. o. pag. 64.

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