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Die beträchtlich geringere Grösse des Wachsthums gegenüber demjenigen während der ersten
Schwangerschaft erklärt sich natürlich einmal aus dem grösseren Alter, dann aber auch aus der
Säugungsthätigkeit, die bei diesen Thieren, da sie häufig gleich nach der Entbindung wieder belegt
werden, oft in den Anfang der neuen Schwangerschaft hineinfällt und dann meistens noch die ersten
28 bis 30 Tage derselben einnimmt.
Der Einfluss der Milchabgabe gehört freilich eigentlich nicht in mein Thema hinein, wel
ches j a nur von dem Einfluss der Schwangerschaft handeln sollte. Sie ist aber so eng mit der
Schwangerschaft verknüpft und sie ist wieder eine so beträchtliche neue Leistung, welche das
Weibliche Geschlecht vor dem männlichen auszeichnet;-auch beeinflusst sie den Gang des Wachs
tums während der zweiten Schwangerschaft in so besonderer Weise, dass es mir wohl gestattet
sein wird, auch ihr hier ein Paar Worte zu widmen.
Allerdings werden die Meerschweinchen so ausserordentlich entwickelt geboren, dass sie
meistens schon am zweiten Tage nach ihrer Geburt anfangen Gras zu fressen; dennoch können sie
te Milch nicht ganz entbehren; und die Ausgabe, welche die Mütter in der Milchabgabe an die
•tagen erleiden, ist keineswegs eine unbedeutende. Bei einem Weibchen von circa 600 grm.
Gewicht fand ich durch genaue Wägungen der beiden säugenden Jungen vor und nach dem Saugen
mit Berücksichtigung der Ausgaben an Perspiration und Excrementen eine Milchabgabe von 24,2
gfn. in 24 Stunden” bei einem zweiten eine solche von 15,304 grm. in 12 (Tages-)stunden. *) Dies
si nd nur 2 Bestimmungen, die an sich noch wenig Werth haben; man sieht aber doch daraus, dass
Milchabgabe eine ansehnliche Grösse ist, die wohl mit in Rechnung gezogen werden muss,
w Gehalt der Meerschweinchenmilch an Fixis nicht bekannt ist. Wenn nun bei diesen Thieren die
S t g ungsthätigkeit häufig in den Anfang der neuen Schwangerschaft hineinfällt, so addirt sich
Ehrend dieser Zeit diese Ausgabe zu derjenigen für die Ausbildung der Embryonen hinzu, hrei-
Wiegen die Embryonen mit Eihüllen und Flüssigkeiten am 28. Tage, dem gewöhnlichen End-
ter min der Säugungsperiode, noch nicht viel. Nach einer von Herrn Professor Hensen gemachten
Gewichtsbestimmung die er mir freundlichst gestattet hat, hier mitzutheilen, wog der Uterus eines
Meerschweinchens mit den dann enthaltenen 2 Embryonen, Eihüllen etc. am 28. Tage der Schwan-
Schaft reichlich 15 grm., während der nicht schwangere Uterus circa 3 grm. wiegt, so dass die
Gewichtszunahme bis zum 28. Tage etwa 12 grm., oder durchschnittlich täglich 0,428 grm. beträgt.
Üie « ist, wie gesagt, nicht bedeutend, die Summe dieser Ausgaben aber muss doch eine ganz
>e tiächtliche sein.
In der That zeigen denn auch die schwängern und zugleich säugenden Thiere (Nr. 1, 7,
10 »nd 19, Tab. V.) während der Säugungsperiode eine so geringe wirkliche tägliche Zunahme,
da » 8 dieselbe zürn Theil noch hinter der in Tab. IV. berechneten mittleren täglichen Wachs
tums Zunahme während der zweiten Schwangerschaft zurücksteht, zum Theil um so wenig grösser
| 8t als diese, dass der Überschuss noch nicht .der Gewichtszunahme des Uterus während dieser
Zei t gleichkommt. Nur bei Nr. 19 überwiegt sie die Wachsthumszunahme um eine beträchtlichere
’) Genauere Angaben über diese Bestimmungen, die ich im
/,U 8Cben nicl ‘t im Stande.
Aufträge des Herrn Prof. Hensen aust'ührte, bin ich hier

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