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Gegen diesen Beweis lässt sich jedoch, abgesehen von der Ungenauigkeit, welche durch
die Unmöglichkeit, den Anfang der Schwangerschaft genau zu bestimmen, bedingt wird *), einwen
den, dass die oerm-ere Zunahme während der Zeit der Schwangerschaft vielleicht nicht durch die
Schwangerschaft selbst bedingt sei, sondern dadurch, dass überhaupt mit der Zunahme des Alters
das Wachsthum allmählich ein langsameres werde. Dieser Einwand scheint dadurch noch eine
Bestätigung zu finden, dass grade bei den llncren, welche schon veihältnissinässig alt waren, als
8ie schwanger wurden, die Wachsthumszunahme während der Schwangerschaft meistens eine
noch geringere war als bei den andern Thieren, und ich glaube auch, er lässt sich nicht ganz
beseitigen.
Dass aber diese Verlangsamung des Wachsthums nicht allein mit der Zunahme des Alters
zusammenhängt, sondern dass eine wirkliche Abhängigkeit derselben von der Schwangerschaft be-
ste ht, das ergiebt sich aus der Vergleichung der Weibchen mit gleichaltrigen Männchen, ihren
res p. Brüdern. Tabelle II. giebt in möglichst übersichtlicher Weise eine solche Vergleichung von
5 Weibchen mit je einem, in einem Fall mit zwei Männchen desselben Wurfs: Es zeigt sich hier
bei zwei Männchen (Nr. 9 und 12) sogar eine höhere Zunahme während der Zeit der Schwanger-
sc haft des zugehörigen Weibchens als vor derselben, bei den vier übrigen allerdings eine geringere.
Ueberall aber ist die tägliche Zunahme der Männchen während der Zeit der Schwangerschaft der
Weibchen eine beträchtlich höhere als diejenige der Weibchen, während vor der Schwangerschaft
Männchen und Weibchen nur wenig differiren und das Männchen bald dem Weibchen etwas
v °i-aus ist, bald etwas hinter ihm zurückbleibt. Wo aber vor der Schwangerschaft das Weibchen
Märker gewachsen ist als das Männchen, ist doch das Zurückbleiben während der Schwangerschaft
80 beträchtlich, dass immer die tägliche Zunahme der Weibchen von der Geburt bis zum Ende
der Schwangerschaft hinter derjenigen der Männchen gleichen Alters zurücksteht (s. die letzte
Rubrik der Tabelle II.).
*) Diese Ungenauigkeit ist allerdings vorhanden
doch ist der daraus resultirende Fehler jedenfalls kein grosser, da es
8ich immer nur um 2 bis 3 Tage handeln kann. Wie gering übrigens dieser Fehler immer sein muss, wird aus folgendem
Beis Pkl klar: angenommen Nr °19 sei beim Beginn der Schwangerschaft nicht 29 sondern 32 Tage alt gewesen; dann würde
auc k «ein Gewicht um diese Zeit nicht 222 sondern mindestens 234 Gramm betragen haben. Dadurch wurde die Gewichts-
2Una! 'me vor der Schwangerschaft statt auf 149 auf 161, während der Schwangerschaft, die dann nur 64 Tage dauern würde,
statt auf 268,6 auf 256 6° Gramm sich stellen. Die mittlere tägliche Zunahme würde also vor der Schwangerschaft 5,031,
WUl «end derselben 4,009 betragen, die Abweichung von den Angaben der Tabelle also eine sehr geringe sein
Zu bemerken ist übrigens noch, dass die Thiere meistens erst am .weiten bis dritten Tage nach der Geburt an Gc-
*' Cht zuzunehmen beginnen während bis dahin das Gewicht etwas zu sinken pflegt. Dieses Sinken des Gewichts nach der
f bu, ' t ^t so annähernd constant, dass es bei 55 von 59 Thieren beobachtet wurde, und so beträchtheh, dass diese 55 Tl.iere
b0i d ar Geburt (aber natürlich völlig trocken) 4364,2 Gramm, also jedes 79,3, am zweiten Tage dagegen nur 4179,0, also
f des 76,0 Gramm wogen Interessant erscheint diese Beobachtung besonders, weil nach Quetelet und ^haussier (Quetclet, snr
h °nime et le developpement de ses facultes tome II. pag. 41) etwas Aehnliches auch bei Menschen beobachtet wird.

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