9
2
dass nicht nur das Wachsthum während der Schwangerschaft Stillstände, sondern dass sogar das
Gewicht des Thiers unter die einmal erreichte Höhe sänke. Ferner ist es möglich, dass das
Wachsthum während der Schwangerschaft allerdings fortschreitet, aber doch nicht in demselben
Masse wie ausserhalb derselben, dass es also verlangsamt würde. Immer würde, wenn der oben
^gestellte zweite Fall sich als richtig erweist, wie bei erwachsenen Thieren die mangelhafte Er
nährung, so bei wachsenden die grössere Menge, die für den mütterlichen Organismus verwandt
Werden muss, das Gewicht der Neugebornen herabsetzen.
2 4 * 'a§- X . a: ,s J 5 ~ =- 2. = %
I. Einfluss der Schwangerschaft auf das Wachsthum.
Bei den Meerschweinchen schreitet nun nach -unsem Beobachtungen das Wachsthum
wählend der Schwangerschaft in der Regel fort. Ein Blick aut die Fab. VIII. zeigt dieses
s °gleich. East jedes der dort aulgeführten wachsenden Thieve war nach jeder Schwangerschaft,
h. nach der Entbindung) schwerer als vor Beginn derselben. Es finden sich von dieser Regel
nur 3 Ausnahmen: Nr. 11 War nach der zweiten Schwangerschaft leichter als nach der ersten; in
diesem Falle war aber auch die Zahl der Jungen eine ganz ungewöhnlich grosse. Nr. 10 und
>r ' 7 waren nach der dritten Schwangerschaft leichter als nach der zweiten, doch war Nr. 7 ohne
Zweifel krank, da dieses Thier 9 Tage n ch der Entbindung starb.
Man wird hiergegen vielleicht einwenden, dass die Gewichtszunahme kein Massstab für
das Wachsthum eines Thieres sei. Ich habe die Länge der Thiere nicht gemessen, glaube übri-
& ens auch, dass für diese Frage die Gewichtszunahme weit mehr Bedeutung hat, als etwa die
Gonstatirung einer Läno-enzunahme. Denn immer wird durch die Gewichtszunahme bewiesen, dass
das Thier im Stande gewesen ist, ausser dem für den Aufbau der Früchte verwendeten Material
n °di etwas mehr zu erübrigen; ob dieses zur Vermehrung der Länge oder des Körperumfangs
Verwandt wird, ist im Grunde gleichgültig. Uebrigens lehrte bei allen diesen Thieren der Augen-
Scl *ein, dass es sich um ein wirkliches Wachsthum bei dieser Gewichtszunahme handelte; und in
der That wäre auch bei so kleinen ThißfGD eine so beträchtliche Crewichtszunahine 9 wie sie die
lab. VIII. namentlich während der ersten Schwangerschaft aüfweist, ohne Längenzunahme gar
nicllt möglich.
Ich darf also bestimmt behaupten, dass bei Meerschweinchen, gute Fütterung vorausgesetzt,
as Wachsthum fortschreitet Dieses Eortschreiten geht aber nicht mit derselben Schnelligkeit vor
810,1 wie vor der Schwangerschaft; es tritt also jene oben erwähnte Modification ein: das Wachs-
11,111 w >rd verlangsamt.
Dieses geht einmal hervor aus einer Vergleichung der mittleren täglichen Wachsthums-
Zun ahnie während des Zeitraums von der Geburt bis zum Beginn der Schwangerschaft mit derjeni-
g0tl "ährend der Dauer der Schwangerschaft. Ich lasse hier eine Tabelle folgen, welche dieses
^ Cl ‘hiiltniss bei 9 wachsenden l'hieren zeigt und welche dartlmt, dass bei jedem der Thiere während
Schwangerschaft eine ‘’'c rinne re tätliche Zunahme stattfand als vor derselben, und zwar so he-
,!l chtlich geringer, dass im Mittel die tägliche Zunahme vor der Schwangerschaft 5,365, während
'Mrseiben nur 3,641 Gramm betrug, so dass die Thiere also im Mittel vor der Schwangerschaft
glich 1,724 Gramm mehr Zunahmen als während derselben.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.