scheint meistens das Körpergewicht behauptet zu werden, ja es wird auch hier sogar eine Zunahme
desselben beobachtet. *)
In der Regel äussert sich eben der Einfluss einer mangelhaften Ernährung der Mutter
überhaupt oder einer im Yerhältniss zu den Ansprüchen der Embryonen nicht ausreichenden Er*
nährung in einer andern Richtung: Es kann das Gewicht der Mutter vor und nach der Schwan
gerschaft das gleiche sein, das Gesammtgewicht der Jungen aber in dem einen Falle grösser, in
dem andern kleiner und ein geringeres Gewicht der Jungen dürfte am häufigsten das Resultat
einer mangelhaften Ernährung der Mutter sein. Die Ansprüche, welche eine gleiche Zahl von
Embryonen bis zu ihrer vollständigen Ausbildung machen, werden immer ungefähr dieselben sein!
wenn aber die Mutter diese Ansprüche nicht erfüllen kann, wird die Ausbildung eben nicht
vollständig werden. Ist die Nahrungseinfuhr während der Schwangerschaft allzu gering, oder sind
die Ausgaben zu hoch gesteigert, so werden die Früchte überhaupt oft nicht fertig ausgebildet,
sondern es tritt Abortus ein. Eine von Bidder und Schmidt der Inanition ausgesetzte schwange re
Katze abortirte am achten Tage nach Beginn der Inanitionskur 2 ); nach Grenser 3 ) haben die Ent
behrung der nöthigen Erwärmung und Bekleidung des Körpers in strenger Winterkälte, Hungers*
noth, körperliche Strapazen u. s. w., also Umstände, die theils eine mangelhafte Ernährung der
Mutter, theils gesteigerte Ausgaben bedingen, bisweilen vorzeitiges Absterben des Eies zur Folg e >
und auf dieselbe Ursache dürfte in manchen Fällen der durch Krankheiten der Mutter veran-
lasste Abort zurückzuführen sein. Wenn aber der höchste Grad des Nahrungsmangels oder die
grösste Steigerung der Ausgaben ein völliges Aufhören der Ausbildung des Foetus zur Folge ha
ben kann, so ist es jedenfalls wahrscheinlich, dass geringere Grade beider Factoren eine unvoll
ständigere Entwicklung des Foetus bewirken werden.
Bei noch wachsenden Thieren wird sich das Verhältniss, wenn man annimmt, dass das
Wachsthum ein constant fortschreitendes ist, offenbar anders gestalten. Während ein erwachsenes
Thier, wenn es schwanger ist, nur so viel Material aufzunehmen hat, als nöthig ist, um den eigene' 1
StoffVerbrauch zu ersetzen und den Aufbau der Frucht, oder der Früchte zu ermöglichen, m" 8S
ein wachsendes Thier unter gleichen Umständen, wenn es sein Wachsthum fortsetzen soll, offenba 1 '
ein Plus dazu assimiliren, resp. ersparen: oder aber es kann nur verhältnissmässig weniger auf d' e
Ausbildung der Früchte verwenden.
Da es nun kaum wahrscheinlich ist, dass bei wachsenden Thieren, um mit Leuckart z' 1
reden, die ernährenden Thätigkeiten so viel mehr über das hinaus wirken sollten, was für die Er
haltung der eigenen Existenz nöthig ist, als bei Erwachsenen, so würden sich zwei Mö als a priori ziemlich gleich wahrscheinlich aufstellen lassen: Entweder 1) das Wachst hum steh*
während der Schwangerschaft still und das Gewicht der erzeugten Jungen be
trägt ebenso viel wie bei erwachsenen Thieren; oder 2) das Wachsthum geht wäh
rend der Schwangerschaft fort und das Gesammtgewicht der Jungen ist um el11
Entsprechendes geringer als bei erwachsenen Thieren.
Natürlich sind noch Modiflcationen dieser Möglichkeiten denkbar. Einmal ist es möghch,
‘) Nägele. Lehrbuch der Geburtsh. 6. Aufl. § 155, nach Hecker.
2 ) Bidder und Schmidt. Verdauungssäfte.
3 ) Nägele a. a. 0. § 800. pag. 758.

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