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setzen. Bischof!' *) giebt allerdings an, dass sie in der Kegel 9 Wochen beträgt, räumt aber selbst
ein, dass eine Differenz von einigen Tagen eintreten kann. Reichert *) spricht gleichfalls von der
neunvvöchentlichen Tragzeit, scheint aber selbst keine Untersuchungen darüber angestellt, sondern
einfach die Dauer von 9 Wochen als feststehend angenommen zu haben.
Die Zahlen, welche durch die Wägungen gewonnen wurden, erhielten dadurch eine grössere
Bedeutung, dass die Wägungen täglich um dieselbe Tageszeit angestellt wurden: es wurde
dadurch möglich, Mittelzahlen aus beliebig langen Perioden zu gewinnen und so die Ungenauig'
keiten und Schwankungen, welche durch die verschiedene Fütterung an verschiedenen Tagen und
durch andere Einflüsse herbeigeführt werden konnten, zu eliminiren. — Ich habe mich meistens
begnügt, die Mittelzahlen aus achttägigen Perioden zu ziehen, weil ich mich überzeugt habe, dass
man auf diese Weise bereits genügende Sicherheit erhält, dass die so gewonnenen Zahlen der
wirklichen Grösse während eines solchen Zeitraums entsprechen.
Nachdem ich dieses vorausgeschickt, gehe ich zu der Besprechung meines Themas übe 1.
Nach Leückart 3 ) wird die Fruchtbarkeit der Thiere hauptsächlich bestimmt einmal v ° n
der Grösse des Bildungsmaterials, dass während einer gewissen Zeit in dem Getriebe des ui'
dividuellen Lebens (der Eltern) erspart wird, und sodann von der Grösse der materiellen Bedarf'
nisse des Embryo während der embryonalen Entwicklung. „Für die individuellen Bedürfnisse d el
Eltern,“ sagt Leückart, „geht dieses Material (welches zum Aufbau der Embryonen verwandt wird)
natürlich verloren; es erscheint als ein Ueberschuss, der dadurch entsteht, dass die erni ihrendeu
Thätigkeiten über das hinaus wirken, was für die Erhaltung der eigenen Existenz nothwendig i £ b
„Je mehr davon in einer gewissen Zeit erübrigt werden kann, desto fruchtbarer wird ein ThiC 1
sein, (wenn nicht die Ansprüche der Embryonen Abweichungen von dieser Regel bewirken).“
günstiger sich das Verhältnis zwischen Erwerb und Verbrauch, die Bilanz zwischen Einnahmen
und Ausgaben gestaltet, desto schneller wird der Ueberschuss an Bildungsmaterial natürlich herbei'
geschafft werden können.“ Diese allgemeinen Sätze Leuckart’s, deren Richtigkeit sofort einleuch'
tet, kommen ohne Zweifel auch für jeden concreten Fall in Anwendung und ich habe sie eben
hier angeführt, weil mich dieselben im Folgenden hauptsächlich leiten werden. Doch muss in' 1
noch Eins dazu bemerken.
Es ist ein höchst eigentümliches "\ erhalten, dass eigentlich nur das weibliche Geschlecht
darauf angewiesen ist, jenen Ueberschuss an Bildungsmaterial zu ersparen, dass also die Frucht'
barkeit fast nur vom weiblichen Geschlecht abhängt, während dass männliche im Verhältniss n ur
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sehr wenig dazu beiträgt. Wenn man bedenkt, dass ein weibliches Meerschweinchen, das mit
bis 4 Jungen trächtig ist, in diesen Jungen ein Gewicht erzeugt, welches einem Drittel, ja l ' (1
Hälfte seines eigenen Gewichts gleichkommt, während der einmalige zur Befruchtung nötbig 0
Samenerguss des Männchens kaum wägbar ist, 4 ) so wird man diese Behauptung berechtigt finden-
Denn dass bei allen Thieren und beim Menschen das Verhältniss ein ganz ähnliches ist, leuchtet
') Bischoff. Entwickelungsgesch. des Meerschweinchens. Giessen 1852. pag. 12.
Beiträge zur Entwickelungsgesch. des Meerschweinchens. Physikalische Abhandlungen der königl- 4
1861. pag. 104.
3 ) Leückart in Wagners Handwörterb. d. Physiol. Art. „Zeugung.“
J ) Keichert.
demie der Wissenschaften zu Berlin.
*) Prof. Hensen wog einmal ein männliches Kaninchen eben vor und und gleich nach einer zweimaligen Bcg a1
und konnte kaum einen Unterschied von */i grm. in den Gewichten nachweisen. Dagegen gebar ein Meerschweinchen,
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