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nischen Entzündungen, Abscessen, Hämorrhoidalknoten, syphilitischen Indurationen
u. s. w. Bei gutartiger Strictur fühlt man häufig einen scharf umschriebenen Rand.
Bei chronischer Entzündung ist die Härte nicht so gross wie beim Scirrhus, mit dem
sie doch wohl nur verwechselt werden könnte. Abscesse unterscheiden sich durch
ihren raschen Verlauf und später durch die Fluctuation. Verhärtete, ulcerirte Hämor
rhoidalknoten sind oft äusserst schwer von Krebs zu unterscheiden, sie können auch
krebsig entarten, wie es wohl in unserm 2. Fall gewesen ist. Syphilitische Indura
tionen sind oft nur durch die Anamnese oder ex juvantibus zu unterscheiden (siehe
oben d. Krankengesch. von Da Camin.) Fibröse Mastdarinpolypen zeichnen sich durch
glatte Oberfläche, isolirtes Auftreten und mitunter durch ihren Stiel aus. Nach Stro-
meyer ist das tuberkulöse Geschwür in der Nähe des Afters die einzige Krankheit,
welche zum Zweifel Anlass geben kann. Es entsteht dieses aber nicht aus einer»
Knoten und ist der Heilung unter günstigen Umständen fähig. Ferner hat nach Vidal
die port. vag. bei starker antevers. uteri Veranlassung zu diagnostischen Irrthümer»
gegeben. Dieselbe soll nämlich dabei im Stande sein das Rectum zu perforiren. Ei» e
exploratio per vaginam wird einen solchen Irrthum unmöglich machen. — Der wich
tigste Theil der Diagnose ist, wie Nussbaum richtig bemerkt, oft unmöglich, nämlich
die Eruirung der Ausdehnung in die Tiefe.
© ©
Was die Prognose anbetrifft, so ist die Krankheit, wenn der Tumor nicht
vollständig entfernt wird, natürlich absolut unheilbar Wenn auch in der Literatur
Heilungsfälle durch innere und äussere Anwendung von Medicamenten verzeichnet
sind, so stammen die aus einer Zeit, wo das Mikroskop noch nicht zur Feststellung
der Diagnose angewendet wurde.
Die Behandlung kann eine radicale sein durch Exstirpation des Carcinorns?
oder wenn die nicht mehr möglich oder contraindicirt ist, eine palliative. In letzte
rem Falle kann das Verfahren ein sehr verschiedenes sein. Vor Allem muss mä»
für Regelung der Diät und weichen Stuhl sorgen. Man muss solche Speisen verab
reichen lassen, die wenig Fäces machen, und, wenn Constipation eintritt, dieselbe
durch milde Laxantien (unter denen Stromeyer die Magres, usta sehr empfiehlt) »»^
Klystiere zu heben suchen. Letztere sind jedoch oft wegen Schmerzhaftigkeit u»^
enger und falscher Wege nicht anzuwenden. Gegen die Schmerzen muss man n» fc
Narcoticis zu Felde ziehen, besonders empfehlen sich Abends Suppositorien in,t
Morph. 0,03 und Extr. hyoscyam 0, 5 , allmählich mit der Dosis steigend. Ist stinken
der Ausfluss vorhanden, so wende man eine Lösung von Natr. hypermang. oder an
dere antiseptische und desodorisirende Mittel an. Aetzen und Cauterisiren der Ne»'
bildung ist durchaus zu verwerfen, weil dieselbe dadurch in ihrem Fortschreiten nicb*
aufgehalten, sondern gewöhnlich gefördert wird. Pemberton empfiehlt in seine» 1
oben citirten Werke sehr angelegentlich die Dilatation durch Bougies, doch muss d» e *
s-elbe mit grosser Vorsicht und sehr langsam vorgenommen .werden. Stromeyer da

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