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Kranken, für den Arzt ein Zeichen des schneller heranrückenden Endes. Bisweilen
ßrfährt der Darm eine derartige Veränderung seiner Richtung, dass der Stuhl nur in
‘lieser oder jener sonderbaren. Lage möglich ist (Vidal). Durch Uebergreifen der Er
krankung auf die Nachbarorgane zeigen sich die vielfältigsten Complicationen, Cystiten,
^trangurie u. s, w. Es entstehen Perforationen mit Fistelbildung in Blase, Scheide,
Uterus, wodurch die Leiden noch verschlimmert werden. Perforation in die
Bauchhöhle bringt bald durch nachfolgende allgemeine Peritonitis den Tod,
Bmith hat ein Mal Perforation in’s Hüftgelenk gesehen. Durch die chroni-
Sc hen Störungen der Digestion, durch die fortwährend wiederkehrenden Blutungen
ün d das abundante Secret bei der Ulceration treten früher oder später Allgemein-
e rscheinungen auf. Die Kranken werden bleich, anämisch, magern ab, zeigen über
haupt alle Symptome einer allmählich dem lode entgegenführenden Kachexie. —Die
Bauer der Krankheit ist verschieden je nach der Malignität und dem Sitz des Tu-
tuors und der Constitution des Kranken. Sie kann in V2 Jahr zum Tode führen,
kann aber auch 2—4 Jahre und noch länger währen. Die Todesursache kann eine
Vfc rschiedene sein: Allmähliches Abnehmen der Kräfte, Urämie,durch Behinderung der
Uarnexcretion, Pyämie und Septichämie durch Resorption des Eiters und der Jauche,
Heus durch vollständige Obclusion, Peritonitis durch Perforation in die Bauchhöhle,
ö Hinähliche Inanition wegen unzureichender Nahrungsaufnahme, um den schauderhaf-
ten Beschwerden und Schmerzen bei der Defäeation zu entgehen.
Die Diagnose ist bisweilen nicht, leicht, besonders bei hohem Sitz der Neu
bildung. Die Anwendung von Bougies kann leicht zu Täuschungen Veranlassung ge
ben, indem man damit nicht fein fühlen kann und die dünneren sich leicht umbiegen.
Bas Speculum ist meistens nicht zu gebrauchen, wenn man es nicht etwa in der
Uhloroformnarkose so macht wie Marion Sims bei der Scheidenuntersuchung. Injec-
Uonen sind als diagnostisches Hülfsmittel auch nicht sehr in Anschlag zu bringen,
Mdern bei hohem Sitz des Tumors der Mastdarm im Stande ist, eine grosse Menge
Flüssigkeit aufzunehmen und bei niedrigem Sitz der Finger viel sicherer ist. Die
Mikroskopische Untersuchung des Stuhls, auch nach Injectionen^ vermag mitunter die
Biagnose festzustellen. Die Hauptsache ist jedoch die Digitalexploration. Man lässt
Zü diesem Zweck den Kranken sich über eine Stuhllehne beugen oder mit dem Ober
körper über einen Tisch legen, führt dann den beöltenZeigefinger soweit möglich oder so
"Mitnöthig hinein. Will inan möglichst hoch hinauf, dann drängt man den Damm nach ober
Av °bei man nach Amussat’s Empfehlung den Ellbogen mit der andbrn Hand unter
sti Rzen kann. Der Patient kann durch Drängen dem Untersucher zu Hülfe kommer
köldt man unregelmässige harte Massen oder zerstreute Knoten oder beides, dam
kann man ziemlich sicher sein, dass man es mit einem Carcinom zu thun hat. Ii
2vv eifelhaften Fällen ist die Akidopeirastik von Middeldorpf ein wichtiges diagnosti
'Mhes Hülfsmittel. Verwechselungen können stattfinden mit gutartiger Strictur, ehre

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