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nor am After, kann aber in das Rectum hineinwuchern. Häufig breitet er sich im
Damm aus, zerstört diesen, greift bei Weibern auf die Scheide, bei Männern auf das
Skrotum über. Die Entstehung und Entwicklung ist dieselbe wie an den Lippen, aus
kleinen Wärzchen oder Knötchen, die allmählich wachsen, anfangen zu verschwären
y nd schliesslich grosse jauchende Geschwüre mit unebener, rissiger Oberfläche dar-
st ellen. Die andere Form des Epithelkrebses, dessen characteristische Elemente die
Dylinderzellen bilden, ist die am häufigsten vorkommende Neubildung des Rectum.
Dieselbe geht von den Cylinderepithelzellen der Schleimhaut aus. Von hier dringt
Sle weiter in die Tiefe. Gewöhnlich verengt sie von einer Seite die Lichtung des
Mastdarms, doch kommt es auch vor, dass sie denselben ringförmig umgreift, in
"sichern Falle jedoch die Breite des Ringes meistens an verschiedenen Stellen sehr
verschieden zu sein pflegt. Die Oberfläche ist meist zottig, blumenkohlartig, mit
grossen kraterförmigen Geschwüren. — Der Alveolarkrebs, überhaupt eine seltene
D°rm, kommt am häufigsten im Mastdarm vor. Derselbe geht von der Schleimhaut
au s und von hier in die Tiefe auf die andern Häute über. Mitunter bleibt er ziem-
lich circumskript, ja Schuh hat ihn einmal als gestielte Geschwulst am Afterrande
au Gitzend gefunden. Für gewöhnlich jedoch geht er rings um den Darm herum und
koch hinauf (cancer diffusus). Der Mastdarm ist dann häufig mit allen seinen Häuten
zu einem starren Rohr umgewandelt, welches sich allmählich mehr verengt und
St ‘hliesslich den Durchgang von'FäcalstofFen absolut verhindert. Häufiger jedoch wird
d »e Verengerung nicht so bedeutend, indem die Neubildung leicht verjaucht. Mit der
D^gebung ist das Rectum gewöhnlich durch dicke Bindegewebsschwarten fest ver
künden. Die Consistenz dieser Afterbildung ist eine sehr verschiedene, je nachdem
eine gallertartige Masse enthaltenden Alveolen oder des Bindegewebsstroma über-
’ vv »egt. __ Di e Ringform kommt am häufigsten beim Scirrhus vor, welcher dadurch
«nd durch die Schrumpfung des degenerirten Gewebes schon frühzeitig die Symptome
ein or Strietur hervorruft. Derselbe geht häufig vom Zellgewebe unter der Schleim-
k au t aus und ist hauptsächlich durch seine grosse Härte ausgezeichnet. Bevor die
kedeckende Schleimhaut befallen wird, ist sie wegen der Schrumpfung der Neubildung
£ efa het. Schon früh treten Verwachsungen mit der Umgebung (Kreuzbein, Steissbein,
r ostata, Blase, Scheide, Uterus u. s. w.) und Ulceration ein. Beim Durchlesen der
-ateratur sollte man glauben, dass der Scirrhus die häufigste Form wäre, doch hat
eben darin seinen Grund, dass man früher jede Verhärtung Scirrhus nannte, bis
Wroth das Wort ausschliesslich für den schrumpfenden Krebs anwandte. — Nicht
S(; kr häufig kommt der Markschwamm im Rectum vor. Derselbe verengert das Lumen
^° n a ken Seiten oder wuchert von einer in dasselbe hinein. Der Verlauf ist wie an
derswo. Schon frühzeitig treten secundäre Tumoren in der Leber auf. Etwas häu-
^ er a ^ s der gewöhnliche Markschwamm soll nach Schuh eine minder bösartige Abart
Medullären Zottenkrebses sein, welche von ihm drei Mal beobachtet ist Dass

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