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Nachdem nun noch die ganze Wundfläche sorgfältig untersucht und alles irgendwie
verdächtige Gewebe entfernt war, wurden zuerst die beiden Seitenwände der Scheide
tfurch Nähte mit einander vereinigt. Darauf wurde das Rectum herabgezogen, durch
mnige Nähte mit den grossen seitlichen Wundrändern des Afters zusammengeheftet
Ur *d mit Glycerintampons ausgefüllt. Schliesslich wurde eine TBinde angelegt. — Die
Mikroskopische Untersuchung des Tumors ergab einen Cyiinderepithelkrebs. — 17 /3 Das
lieber ist gering, der Leib nicht empfindlich. Dagegen leidet Pat. an Luftmangel,
grosser Unruhe, hysterischer Aufregung. Ord. Gutt. antihyst. 18 / s Während der Nacht
Un d heute noch dieselbe Aufgeregtheit Der Verband wird erneuert. Die Wunde
^acht sich gut. Puls 88 Temp. 38,2°C. — Die Heilung der Wunde machte gute Fort
schritte, so dass Pat 20 Tage nach der Operation im Stande war, ohne Nachtheil
ei ne längere Eisenbahnreise zu machen, um in ihre Heimath zu gelangen. Ende April
' Var die Wunde nur noch klein und sah gut aus. Ausleerungen erfolgten entweder
s P°ntan oder sicher durch Hülfe des Clysopomps Auffallend war, dass dieselben
bandartig blieben, welches wohl zu der Annahme berechtigt, dass eine höher gelegene
Strictur vorhanden ist. —- Pat. lebt noch und hat Nichts wieder von sich hören lassen.
6) Futterknecht Eggert Prehn, 56 J;> von Panker bemerkte seit circ. 3 Jahren
dass Blut aus dem After abging. Der Stuhlgang war schwer und mit vielen Schmerzen
Ve rt>unden, obgleich die Faces nicht sehr hart und fest waren. Pat. fühlte häufig,
sich beim Stuhlgang eine Geschwulst aus dem After hervordrängte, deren Repo.
s >tion anfangs mit gar keiner Mühe verbunden war. Bald trat die Geschwulst deut
scher hervor und erreichte in kurzer Zeit ihre-jetzige Grösse. Im letzten Winter hat
at- kein Blut mehr verloren, dagegen entleert sich fortwährend eine stinkende eitrige
mssigkeit, die ihn zum häufigen Wechsel der Wäsche zwingt, ln den letzten 6 Mo
sten will er sehr schwach geworden sein. — An der linken Seite der riina ani wuchert
e ' ne Geschwulst hervor von 6 Cm. Länge und 2 Cm. Breite, die man in einer Länge
Vön 5—ß Cm. in’s Rectum hinein verfolgen kann. An der rechten Seite des Rectum
,st eine ziemlich bedeutende Parthie frei, die linke Hälfte wird dagegen in der oben
abgegebenen Höhe von der Geschwulst eingenommen. Der ganze Tumor ist von
arter Consistenz, gelappt und ungefähr in der Mitte eingeschtiürt. Ein grosser Theil
° r Oberfläche ist ulcerirt; es zeigen sich gelbliche Tippchen darauf, die sieh von der
^Bihchen Umgebung deutlich abheben. Der eitrige Ausfluss stinkt sehr; nach der
cinung des Pat. hat er in der letzten Zeit zugenommen. Der Kranke sieht nicht
kachectisch aus und hat guten Appetit. Der Stuhlgang ist ohne Blutbeimischung
'd nicht sehr hart. Die Geschwulst lässt ihn aber nicht ruhen und hält ihn von
er Ar beit ab. — Nachdem durch Laxantien und Klystiere für Entleerung gründlich
S e sorgt war, schritt man am 19. Mai 1868 zur Exhirpation. Zuerst wurde der Tumor
u ®serhalb des Afters Umschnitten und von seiner Basis abpräparirt, dann allmählich
eiter * ns Rectum hinauf vorgeschritten. Indem der After sich sehr gut dilatiren

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