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Blut und Schleim. Anfang März entschloss sie sich endlich zu einer Operation. Die
selbe wurde von einem practischen Arzte in der Heimath der Pat. ausgeführt. Zuerst
wurde der Sphincter gespalten, dann das Rectum bis auf einen l 1 / 2 Cm. breiten Theil
der hintern, gesunden Wand ausgeschält. Die Ausschälung bot nur an einer Stelle
Schwierigkeiten, wo eine ungefähr silbergroschengrosse Verwachsung mit der Scheide
war. Beim Versuch, dieselbe abzupräpariren, riss das Rectum ab. Der Tumor wurde
deshalb von oben gefasst* hervorgezogen und bis zur betreffenden Stelle frei präparirt*
Die Verwachsung wurde darauf soweit weggenommen, dass nur die mucosa und sub-
mucosa nachblieb. Die Mastdarmwand war in einer Höhe von 5 Cm. exstirpirt. Nur
einmal war eine starke Blutung aufgetreten. Der obere Theil des Rectum wurde durch
Nähte an der cutis befestigt. Pat. litt nach der Operation an heftigen Schmerzen io
der Wunde, Frösteln, kalten Füssen, Schlaflosigkeit, welche letztere sich durch Morph,
nicht heben liess. Nach der Lösung der Suturen (am 4ten Tage) , retrahirte sich das
Rectum. Dann trat für einige Tage Urinverhaltung ein, so dass während dieser Zeit
der Catheter angewandt werden musste. Ungefähr 10 Tage nach der Operation er?
folgte nach einer Dosis Ricinusoel eine reichliche Ausleerung, jedoch nur mit Mühe
Und in kleinen Stücken. Mitte April war die Wunde fast geheilt, das Rectum bis
die Breite y 2 Cms. mit der Cutis vereinigt Die Scheide war tief eingezogen, Die
hintere Wand des Rectum bildete eine Querfalte im Darm, welche die Defäcation etwas
störte. Eine Bougiecur wird eingeleitet, jedoch nicht regelmässig fortgesetzt. Während
der ganzen Heilungszeit war das objective Befinden der Pat. gut, die hysterischen
Leiden jedoch zum Verzweifeln. —, Nach der Behauptung der Pat. sollen die Be:
schwerden nach der Operation nie ganz geschwunden gewesen sein, gegen Ende des
Jahres 18G7 nahmen sie wieder einen hohen Grad an. Es trat Strangurie ein und
heftiger Stuhldrang. Die Defäcation selbst war nur durch Abführmittel zu bewerk
stelligen, jedoch schmerzlos. Jedes Mal bekommt sie das Gefühl „als wenn sich Etwas
in den After lege.“ Sonst hat sie nur Schmerzen beim Aufsein, nicht beim Liege 0 ;
Der Appetit ist gering. — Die Afteröffnung ist so eng, dass sie nur eben den Zeig e '
finger durchlässt, der Rand derselben ist callös. Oberhalb des Afters befinden sich
harte Knoten, die vorzugsweise an der vordem Wand und linksseitig sitzen. An der
hintern Wand sitzt ein plattrundlicher Knoten ungefähr von der Grösse eines Fünf'
groschenstücks. Die obere Grenze des Tumors ist leicht zu erreichen. Die hinter 6
Wand der Scheide ist in den Prozess mit hineingezogen. Am os uteri befindet sich
ein kleiner Polyp. — Am 16t,en März 1868 wurde der Tumor exstirpirt. Zuerst wurde
der Damm und die hintere Wand des Rectum bis zur Steissbeinspitze gespalten, s °'
dann der Tumor mit zwei halbmondförmigen Schnitten umgangen, der untere TheU
des Rectum nebst der hintern Scheidenwand bis auf ungef. 1" unterhalb der port»
vagip. exstirpirt. Wegen der sehr starken Blutung mussten zahlreiche Gefässe unter
bunden werden. Der ungef. bohnengrosse Polyp wurde mit der Scheere abgetrage 0.

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