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c °nstante Schmerzen im Mastdarm, welche nach dem Stuhlgang besonders heftig wer
den. Ausserdem leidet er sehr häufig an Leibschmerzen und heftigem Stuhldrang.
Seine Kräfte haben in der letzten Zeit sehr abgenommen, der Appetit ist sonst gut.—
der vordem Wand des Rectum befindet sich ein ulcerirtes Carcinom, welches un
mittelbar über dem After beginnt und sich bis an den Rand der Prostata erstreckt
beiden Seitenwände sind miterkrankt, die hintere, dagegen frei. — Nachdem am
Abend vorher durch ol. ricin. und Clysmata für Entleerung des Darms gehörig ge
s °rgt war, wur d e am 7ten J un 1867 der Tumor exstirpirt. Die Operation dauerte
Stunden und war ausserordentlich mühsam. Nachdem durch Gorgerets in derNar-
kose der Afterring so dilatirt war, dass man den Tumor zu Gesicht bekam, wurde
derselbe mit 2 halbmondförmigen Schnitten umgangen, wobei auch ein Stück vom
^ainm geopfert werden musste, und mittelst Scalpell und Scheere alles Krankhafte ent
fernt. Die Blutung war sehr stark, zahlreiche Gefässe mussten unterbunden werden,
f^ie hintere Fläche der Prostata lag frei in der Wundhöhle. Die Wundränder im
^erinäum wurden zusammengenäht, und der Schnittrand des Rectum herab-
akgezogen und mit dem äussern Wundrand vereinigt. Das Rectum wurde mit Charpie-
Bourdonnets ausgefüllt. — Am Tage nach der Operation trat ein Schüttelfrost und
8e hr hohe Temperatur auf, welche letztere durch kalte Bäder mehrfach herabgesetzt
Wu rde. Die Schüttelfröste wiederholten sich in den nächsten Tagen, es trat gelbe
Färbung der Haut auf, Empfindlichkeit der Lebergegend, grosse Unruhe, Delirien.
F^r Tod erfolgte den 16. Juni, also 9 Tage nach der Operation. Section ergab 2 kleine
Feile in den Lungen, matsches Milzgewebe; sonst war der Befund negativ. — Die
exstirpirte Geschwulst war ein destruirendes Papillom.
5) Wittwe J., 52 J., aus H. hat früher viel an allen möglichen hysterischen
Beschwerden gelitten, besonders nach der Geburt ihres 5ten Kindes, die vor 14 Jahren
8t attfand. Seit mehreren Jahren bemerkte sie Unregelmässigkeiten und Beschwerden
Fei der Defäcation, die seit Mitte 1866 immer lästiger wurden, so dass nur durch Ab
führmittel ein einio-ermassen erträglicher Stuhlgang erzielt werden konnte. Eine im
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desselb. J. vorgenomrnene Untersuchung mittelst des Speculums hatte zur Folge,
dass von dem Augenblicke an heftige Schmerzen im Rectum auftraten mit Tenesmen
u üd einem Gefühl von Drängen in der Scheide. Ausserdem erfolgte häufig Abgang
V ° n Blut und fleischwasserähnlicher Flüssigkeit. Ein andrer Arzt explorirte im Febr.
^7 mit dem Finger und fand ungef. 1 Cm. über dem Sphincter einen Tumor, welcher
ganze vordere Wand in einer Höhe von etwa 4 Cm. und die beiden Seitenwände
ln geringerer Ausdehnung einnahm. Die Oberfläche des Tumors bestand aus kegel
förmigen Höckern. Die Scheidenschleimhaut war über demselben verschiebbar. Ein
^ lsten März abgegangenes Stück des Tumors erwies sich als cancroides Gewebe.
1(3 Beschwerden der Pat. steigerten sich bis in’s Unerträgliche, sie hatte fortwährend
0 hgen und schmerzhaften Stuhldrang, während sich Nichts entleerte als kleine Mengen

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