14
Pemberton (Clinic, illustrat, of var. forms of cancer. Lond. 1867 p. 18) Vf. er
zählt 2 Krankengeschichten, wo der Mastdarmkrebs mit Fisteln complicirt war, eine,
wo der Krebs aus einer einfachen Strictur hervorgegangen u. endlich 3, wo er die
Colotomie gemacht hat: Tod nach resp, 2, 5 u. 11 Tagen.
Abbildungen.
Cruveilhier, Anat. path. L. 25 pl. 3 u. L. 33 pl. 1.
Lebert. Traite d’anatom. Pl. 159. Fig. 5—9.
Förster. Destructive Zottengeschwulst des Rectum. Atlas Taf. 29 Fig-
1 u. 2.
Eigene Fälle.
Die folgenden 6 Operationen sind in der chirurgischen Klinik zu Kiel von
dem Herrn Geh. Med. Rath Prof. Dr. Esmarch, der mir die Krankengeschichten gütigst
zur Veröffentlichung überlassen hat, ausgeführt worden. Ich benutze diese Gelegen
heit, um ihm sowohl hierfür wie für die Unterstützung beim Sammeln der Literatur
meinen innigsten Dank auszusprechen,
1) Wittwe D. S., 68 J. aus H. bemerkte im Jan. 1862, dass ihr beim Stuhl
gang Blut abging. 1 Monat später traten Schmerzen ein, und der Stuhlgang wurde
beschwerlich. Im März wandte sie sich an einen Arzt. Stuhlentleerung wurde nur
noch durch Abführmittel herbeigeführt, und die Schmerzen bei derselben wurden im-
mer heftiger, so dass Pat. sehr viel Morphium erhalten hat. Seit März ging auch
schon häufig Koth durch die Scheide ab. Im Anfang Mai hat sie zweimal Fieber
anfälle gehabt, die nach Anwendung einer Medicin verschwunden sind. — Pat. ist
etwas anämisch, klagt über fortwährende, unerträgliche Schmerzen, besonders beim
Stuhlgänge. Die Stuhlverstopfung ist äusserst hartnäckig, der Appetit sonst gut, der
Puls nicht beschleunigt, die Zunge rein. Geht man mit dem Finger in das Rectum
ein, so fühlt man an der vordem Wand, dicht oberhalb des Sphincter eine grosse,
ulcerirte Fläche mit callösen Rändern, welche die ganze vordere und die Seiten-Wände
einnimmt, sich jedoch nach allen Richtungen umschreiben lässt. Die hintere Wand
ist absolut frei. Zwischen Scheide und Rectum befindet sich eine communicirende
Oeffnung, durch die man den Zeigefinger einführen kann. Den 4. Juni wurde das
Pennäum von der hintern Scheidencommissur bis zum After gespalten, der Tumor
zu beiden Seiten hoch hinauf bis an die port. vag. losgetrennt und oben abgeschnitten.
Der Rest des Mastdarms wurde schliesslich mit dem Rest der Scheidenwand zusammen
genäht, und aut diese Weise eine grosse Cloake formirt. Nach 3 Wochen war Pat-
geheilt und aussei oidentlich glücklich. Der Stuhlgang ging ohne Schmerz, aber theil-
weise unwillkürlich ab. Eingezogenen Nachrichten zufolge ist sie den 3. April 1863,
also fast 11 Monate nach der Operation, gestorben.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.