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Die Geschwulst war beweglich. Operation Der After u. die hervorragenden Knoten
wurden mit 2 halbmondförmigen Schnitten umgangen, die gesunden Schliessmuskeh
fasern zurückgedrängt, das krebsige Darmrohr vom Kreuz- u. Steissbeine, an den Seiten
u. schliesslich vorne losgetrennt. Ein Stück des Tumors musste wegen zu fester Ver
wachsung mit der Harnblase sitzen bleiben. Das Darmrohr wurde dann langsam her-
abgezogen, vom Gesunden abgeschnitten u. der Schnittrand mit der Hautwunde durch
die Naht vereinigt. Der Tumor war ein Gallertkrebs. Die ersten Entleerungen flössen
unbewusst ab, später fühlte der Kranke das Drängen u. konnte schliesslich Alles zu-
rückhalten. Nach 2 Monaten vollkommenes Wohlbefinden. 11 Monate später Tod
durch Marasmus in Folge der Recidive u. metastatischen Ablagerungen. — 2) Ein
54j. Mann litt seit Monaten an einem Mastdarmkrebs mit den schon oft genannten
Symptomen, wodurch er sehr heruntergekommen war. Hochsitzender Krebs in der
vordem Wand mit handtellergrosser Geschwürsfläche, der Prostata u. Harnblase an
liegend, jedoch verschiebbar. Spaltung des Afters nach vorne u. hinten, 2 halbmond
förmige Schnitte um die Geschwulst. Trennung von der Umgebung mit den Fingern.
Trennung von der Blase nicht möglich, deshalb ein 2groschen grosses Stück aus der
selben herausgeschnitten. Darauf der Darm herabgezogen u. das Kranke (3 1 /2 // )
geschnitten. Der gesunde Darm an den gesunden After angenäht. Auf die Blasen-
wunde keine Rücksicht genommen. Nach 8 Tagen floss kein Harn mehr aus der
Wunde ab. Nach 2 Monaten hörte die incontin. alv. auf. Vollständige Erholung trat
nicht ein. Recidive. Tod nach 17 Monaten. Es waren nie Blasensymptome aufg e '
treten. Der Tumor war ein Epithelkrebs. — 3) 4" hinaufragender Mastdarmkrebs
bei einer 55j. Frau, mit dem Kreuz- u. Steissbeine u. der hintern Scheidenwand ver
wachsen. Eiternde Krebsknoten rings um den After. Die Verengerung im Darin
konnte nur mit Gewalt durchbohrt werden. Die Grenze des Gesunden war zu er
reichen. Der After wurde mit 2 halbmondförmigen Schnitten umgangen, der Dainni
gespalten, der ganze Tumor (Mastdarm u. hintere Scheidenwand) exstirpirt. E fc ' r
Dammschnitt durch Nähte wieder geschlossen, der gesunde Darm an den Hautrand
angenäht. Tod am folgenden Tage durch Peritonitis. Mikrosk. Untersuch.: Gallert-
krebs. — 4) Eine 32j. Frau litt seit reichlich 1 Jahr an Krebs des Mastdarms u. der
Scheide, konnte jedoch wegen Schwangerschaft nicht früher operirt werden. Naeh
der glücklichen Entbindung von einem gesunden Kinde wuchs die Neubildung se ^ r
schnell. Schliesslich vollständige Verstopfung u. Erbrechen übelriechender Massen-
Pat. war ihrem Ende nahe. Untersuchung per rectum wegen colossaler Verengerung
nicht möglich. Durch die verengerte Scheide fühlte man eine 2 Faust grosse, be
wegliche Geschwulst. Uterus gesund. 5" hoch gesunder Darm. Operat. in der
Seitenlage. Umgehung des Afters mit 2 halbmondförmigen Schnitten. Spaltung des
Damms. Tumor von der Umgebung losgelöst, gesunder Schliessmuskeltheil mit den
Fingern abgetrennt. Der ganze Tumor (wie im vorigen Fall) exstirpirt. Vereinigung

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