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die Tafel). Am untern Ende trägt die Kniegelenksschiene einen Ausschnitt für die Hacke und
die Achillessehne. Zweiter wesentlicher Bestandtheil des Verbandes ist ein an der Vorderseite des
Gliedes angebrachter starker Eisendrath C^o. V), der mit einigen Haken für die Suspension ver
sehen, nach der Form des Gliedes von der Inguinalfalte bis zu den Zehenspitzen zurecht gebog en
wird und nur oberhalb der Wunde einen grossen Bogen macht, wodurch dieselbe ganz frei bleibt»
Bei der Anlegung des Verbandes wird zuerst die Schiene an das entsprechend mit Watte oder an
derem Material eingehüllte Glied angelegt, mit einer Gyps- oder Paraffinbinde fixirt, dann aut die
vordere Fläche der Drath aufgelegt und nun in gleicher Weise befestigt. Die Gegend der R e *
sectionswunde bleibt dabei von vornheiein frei, so dass man ohne Weiteres derselben zu jeder ^ elt
ankommen kann. Watson hat in allen Fällen seinen ersten Verband bis zur Heilung liegen lasse 11
und hat kein Patient mehr als 5 Wochen das Bett zu hüten gebraucht, siehe das Nähere in den
oben erwähnten Journal oder in dem 1867 davon erschienen Specialabdruck. Als wir hier i n,t
diesem Verbände für Kniegelenksrection unsre ersten Versuche machten, zeigte sich derselbe so
ausserordentlich practiscb und einfach, dass Herr Prof. Esmarch sich sofort veranlasst fühlte, d» d
Princip auch für andre Gelenke zu verwerthen und ist in Folge dessen dasselbe hier nicht nur
auch für Fuss- und Ellbogengelenk zur Anwendung gekommen, sondern nach dem Abschluss
meiner Zusammenstellung auch mit bis dahin sehr befriedigendem Erfolg für eine Hüftgelenks
resection. Die Beschreibung der Schienen noch einmal zu wiederholen, dürfte die Sache bred
treten heissen. Ich beschränke mich deshalb darauf, auf die Abbildungen zu verweisen und "dH
hier nur hervorheben, dass wir bei der Resection des Fussgelenks natürlich den Verband bis übet
das Kniegelenk hinauf angelegt haben.
Mit der von Watson angewendeten Vorrichtung zur Suspension des Gliedes konnten vvir
uns nicht befreunden, vielleicht weil wir nur ein Exemplar dieser Art zur Hand hatten, und f> el1
es uns, constatirenfzu können, dass wir in unsern Fällen bis jetzt mit unsern einfachen Galg en
vollkommen ausreichen konnten. Die Patienten liegen, an welchem Gelenk auch die*Resoction aUS
geführt ist, ausserordentlich bequem, können vom ersten Tage an ohne Beschwerde jede Stell 1 * 11 #
einnehmen, und was uns noch besonders vortheilhaft erschienen ist, wir haben in allen Fällen , ' V1
ich das schon oben beim Ellbogengelenk erwähnte, die Nachbehandlung ohne Verband zur An"' 1 ’ 11
dung gebracht. Ich glaube wenigstens, dass man nur diesem Umstande es zuzuschreiben hat, J 11 "
man eine Kniegelenksresection von Anfang bis zu Ende behandeln kann, ohne jemals durch e,n
Spur von Geruch belästigt zu werden, ja, ich glaube sogar, dass man das auf keine andre VV eI
erreichen könnte. Dabei ist der Verband und das Glied fast beständig rein, weil der Eiter aU
der Wunde hervorgedrungen, über das Glied und die durch Firniss vor Imbilition geschüM
Schiene sofort herabläuft und in das untergesetzte Gefäss tropft.
Am Oberkiefer wurden im Ganzen 14 Resectionen ausgeführt, darunter 4 Mal die ° 9tc0
plastische nach v. Langenbeek. Diese 4 osteoplastischen Resectionen vertheilen sich auf 2 Patiente
und zwar hat der eine sie dreimal glücklich überstanden, der zweite starb unmittelbar nach 1
Operation an den Folgen der ausserordentlich profusen Blutung aus dem Tumor, trotz des VD
suches, sein Leben durch die Transfusion zu erhalten. Die Krankengeschichte des ersten Patient
ist nach der ersten Operation von Herrn Dr. Völekers in Langenbecks Archiv mitgetbeilt woi
ich will mich deshalb hier darauf beschränken, kurz den Gesammtverlauf zu geben.

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