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Glied einfach mit einer Flanellbinde eingewickelt und der Fuss unmittelbar gegen das Fussbrett
fixirt. Bei dieser Erneuerung des Verbandes, der seitdem liegt, zeigten sich die Knochenflächen
schon durch eine ziemlich feste Zwischensubstanz verbunden, ein jedenfalls prognostisch sehr gün
stiger Umstand. Ueber das definitive Resultat lässt sich ja leider noch Nichts sagen, indess gewährt
es uns eine grosse Genugthuung, den augenblicklichen Zustand als vollständig befriedigend bezeichnen
zu können.
Von den 4 Resectionen im Metatarsus wurden 3 zur Heilung gebracht und gaben einen
sehr brauchbaren Fuss. Im vierten Falle musste später die grosse Zehe exarticulirt werden.
Die Resection des prominirenden Knochenstumpfes nach Amputation und Spontanamputation
nach Stromeyers Vorgang seit dem Schlesw.-Holst. Kriege von 1848—51, häufig mit Erfolg hier
vorgenommen, ward in 4 Fällen ausgefiihrt. Im ersten nach Spontanamputation durch Frostbrand;
am andern Unterschenkel ward hier die Amputation gemacht, cfr. Amputationen No. 38. Bei dem
zweiten Patienten ward 6 Monate nach der Amputation des Unterschenkels zur Resection der
Knochen geschritten, weil die Narbe beständig wieder ulcerirte; 4 Wochen nach der Operation
war die definitive Heilung vollendet. Im dritten Fall (No. 17) war Spontanamputation des Fusses,
durch Gangrän, nach Unterbindung der Arteria femoralis, wegen eines aneurysma traumaticum mü
dem auch die Vene communicirte. Nach Resection der Knochen heilte die Wunde bald. Oer
vierte Fall fand unter den Bemerkungen zu den Amputationen Erwähnung.
Die Resection des Schultergelenks ward zweimal durch den Längsschnitt an der Vorder
seite des Gelenks mit ausserordentlich befriedigendem Resultate ausgeführt.
Unter den 20 Fällen von Ellbogengelenksresection sind 5, die wegen einer traumatische«
Gelenksvereiterung alle secundär ausgefiihrt wurden, ln den übrigen Fällen war die Entzündung
eine idiopathische. In 16 Fällen ward die totale, in 4 die partielle Resection unternommen. A“
den ersten drei Patienten dieser Zusammenstellung ward die Operation mittelst des Listonsche»
Tschnittes ausgeführt, im letzten Fall (No. 40) in ähnlicher Weise, indess mit Erhaltung d ea
Periosts. In Fall 24 ward ein Lappen mit der Basis am Oberarm gebildet. Alle übrigen F«' e
wurden nach der Langenbeck’schen subperiostalen Methode, bisweilen mit kleinen Modification* 3 * 1 '
um sich den bestehenden Fisteln anzupassen, ausgeführt. Die Resultate der Operation sind sei"
verschieden. Wollen wir die oben schon einmal als solche hervorgehobenen Fälle von Vereiterung
nach einem Trauma auch hier speciell betrachten, so finden wir unter denselben 4 HeilungsH^ 6
und zwar theils mit sehr guter Beweglichkeit, einen Fall von Tod durch Pyämie. In diesen*
dürfte indess die Pyämie kaum als eine Folge der Operation anzusehen sein, da Patient gerade zl *
einer Zeit resecirt ward, wo man glaubte, das allmälig steigende Fieber am besten durch d' c
Operation abschneiden zu können, während doch der Obductionsbefund dafür spricht, dass e ' n
Theil der gefundenen Veränderungen dieses Fieber bedingt habe, ln dem Fall 36, wo Patie'ü
sich das Gelenk dureh einen Tropfen geschmolzenen Eisens eröffnet hatte, wurde die Bewegl' 0 * 1
lichkeit des neuen Gelenks eine vollkommen normale, leider indess litt die Hand durch eine auS
gedehnte Vereiterung der Sehnenscheiden am Vorderarm. Von den 15 Patienten, bei denen
Resection wegen idiopathischer Vereiterung vorgenommen, bekamen 9 ein gutes Gelenk, 1 el1
nur geringe Bewegungen gestattendes und 1 ist zur Zeit noch nieht geheilt. Die anderen
sind 8ämmtlich ungeheilt gestorben, davon einer im Hospital an allgemeiner Tuberculose, '
andern drei, den Berichten zufolge, theils jahrelang nach der Operation an „Schwindsucht“.

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