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•Erwähnung finden, in denen die Amputation des Unterschenkels bei 53 an der Grenze der obern
Epiphyse, bei 64 im untern Drittel ausgeführt wurde, während gleichzeitig multiple andre scro-
huiöse Aff’ectionen, namentlich an Knochen bestanden. Vom Tage der Amputation an heilte nicht
n ur in beiden Fällen binnen wenigen Wochen die Amputations wunde, sondern auch die andern
Afteetionen schickten sich sofort zur Heilung an. Der Fall 62 ist ein Opfer des Gypsverbandes
oder richtiger gesagt der Nachlässigkeit des behandelnden Arztes. Ein Arzt, der zu dein Patienten
w egen einer Ifractur der Fibula gerufen ward, legte demselben einen Gipsverband an und ver
nachlässigte in der Folge den Besuch des Kranken. Als Patient wegen heftiger Schmerzen wieder
seine Hülfe suchte, gab er einfach die Ordre, den Verband über dem Fusse aufzuschneiden und
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am selbst erst nach 2 Tagen, wo er nach Abnahme des Verbandes, in dem das Glied gangränös
geworden, den Patienten in die hiesige Klinik schickte. Da die Gangrän sich nicht demarciren
211 vv ollen schien, ward am Tage nach der Aufnahme die Amputation im obern Drittheil gemacht,
^er Schnitt ward noch in theils gelatinös infiltrirtem Gewebe geführt, indess erfolgte trotzdem
baldige Heilung.
Die Syme’sche Operation ward 6 Mal ausgefuhrt, mehrmals an Statt der vorher bestimmten
Ifirogoffsehen, weil sich der calcaneus nach der Durchsägung nicht gesund erwies. In einem Fall
ei folgte der tödtliche Ausgang durch ein Erysipel der ganzen Extremität, das mit colossalcm Fieber
e uiherging und dem sich eine Phlegmone in der Ileolumbalgegend und ein tiefer gangränöser De-
Cl, bitus 'aut dem Kreuzbein anschloss. In den andern war der Verlauf meistens complicirt durch
Eiterungen, die sich in der Höhlung des Hacklappens etablirten, nur in dem ersten Fall No. 65
bat die Heilung pr. prim, intentionem ein. Im Fall 69 ward die Syme’sche Operation, wegen
^ ei ‘trüinmerung des Fusses durch einen Eisenbahnwagen, vollführt, die Zerreissung der Haut und
blutige Infiltration des Untcrhautzellgewebes erstreckten sich weit über das Fussgelenk hinauf.
enn °ch heilte der Stumpf nach der Entwicklung einiger Abscesse am Unterschenkel und nach
^ei'lust eines kleinen Hautstückes durch Gangrän sehr schön, ln allen Heilungsfällen bekamen
Patienten einen sehr brauchbaren Stumpf, auf dem sie mit Hülfe eines Stangenstiefels mit Fuss
sehr
gut gehen konnten.
Die PirogofFsche osteoplastische Amputation des busses, 2 Mal ausgeführt, führte in dem
Olsten Fall sehr schnell zu einer Verwachsung der Sägeflächen und gab in der Folge einen aus
gezeichneten Stumpf, auf den Patient direct anftreten konnte. In dem zweiten musste nach einem
b-dben Jahre der Calcaneus excidirt werden, che die Heilung erzielt wurde. Leider musste uns
dieser Patient später an einer Hämorrhagie aus einem Abscess am Oberschenkel zu Grunde gehen,
en Ursache post mortein nicht nachweisbar war.
Hie 3 Fälle von Exarticulation im Chopart’schen Gelenk, bei denen immer ein kleiner
v ° l derer Hautlappen gebildet ward, zeichneten sich vortheilhaft aus durch kurze Heilungsdauer
n d eine sehr gute Brauchbarkeit des Fusses, ln keinem der bälle trat eine bedeutende Spannung
e * Achillessehne ein.
Bei dem Patienten, an dem die Lisfranc’sche Operation gemacht worden war, musste wegen
^auhger Ulceration der mit dem Knochen verwachsenen Narbe nach langer Zeit noch ein Tlieil der
^ochenfiächen entfernt werden, dann erfolgte eine dauernde Heilung,
jj Exarticulatioh im Schultergelenk wurde wegen eines kindskopfsgrossen Sarcoms des
lI >ierug mittelst Bildung eines kleinern obern und grossem untern Lappens ausgeführt. Die

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